Süsser und ohne Rauch
04.04.2023 MuriDas «Wave» ist neu eine Café-Bar-Gelateria und erstrahlt in neuem Glanz
Die vielen Jahre, in denen im «Wave» geraucht wurde, haben ihre Spuren hinterlassen. So richtig zeigte sich das erst, als letzte Woche der Putzlappen mit Ammoniak zur ...
Das «Wave» ist neu eine Café-Bar-Gelateria und erstrahlt in neuem Glanz
Die vielen Jahre, in denen im «Wave» geraucht wurde, haben ihre Spuren hinterlassen. So richtig zeigte sich das erst, als letzte Woche der Putzlappen mit Ammoniak zur Nikotinbehandlung angesetzt wurde. Mit dem Rauchen im Lokal ist Schluss. Dafür gibt es seit Samstag jeweils 24 Glace-Sorten.
Annemarie Keusch
Manuel Staubli hat diese Momente selber erlebt. Als Gast des «Wave». «Es hat mich jeweils auch gestört», sagt er. Es waren jene Abende, an denen es eng wurde im «Wave». An denen die Stimmung besonders gut war, ausgelassen. Und an denen eben auch viele Leute im Lokal geraucht haben. «Manchmal hätte man die Luft fast schneiden können», sagt Staubli. Dass im «Wave» geraucht werden konnte, das gehörte irgendwie dazu. Nun ist damit aber Schluss. «Ich habe von Anfang an angekündigt, dass ich diesen Schritt gehen will. Die Zeiten haben sich geändert, die Gesundheit ist mehr im Fokus. Ein reines Raucherlokal ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäss», sagt Manuel Staubli.
Neue Lampen, leicht mehr Fläche
Schon die ersten Tage hätten gezeigt, dass dies der richtige Weg ist. «Schon im Vorfeld war diese Forderung geäussert worden und am ersten rauchfreien Wochenende konnten wir bereits viele neue Gesichter im ‹Wave› begrüssen», sagt Staubli. Solche, die das Rauchen vorher abgeschreckt hat. Apropos abschrecken. Der erste Versuch, aus dem «Wave» ein Nichtraucherlokal zu machen, ist es nicht. Vorbesitzer und Mitgründer Hans-Peter Budmiger wagte den Schritt vor rund zehn Jahren, buchstabierte aber schnell zurück. «Ja, es ist auch jetzt ein Risiko. Aber in den zehn Jahren ist einiges passiert. Mittlerweile sind sich alle Raucher klar, dass sie für die Zigarette nach draussen gehen müssen», sagt Staubli. Nun kommen sowieso zuerst die wärmeren Monate, wo die Gäste vermehrt auf der Terrasse sitzen werden. Und Staubli verspricht: «Auf die kälteren Monate werden wir eine Lösung haben, damit die Raucher draussen nicht verregnet werden.»
Dass jahrelang geraucht wurde, das roch man beim ersten Schritt ins «Wave» deutlich. Dass dies auch andere Spuren hinterlassen hat, kam letzte Woche deutlich zum Vorschein. Einen neuen Anstrich verschaffen, putzen, neu einrichten – das stand auf dem Programm. Bis zu elf Mitarbeitende, Freunde und Familienmitglieder halfen Staubli. «Es waren intensive vier Tage», sagt er. Alle Decken waren verfärbt, vor allem in die Ecken schlich sich das Nikotin. Jetzt strahlt alles in neuem Glanz, ist gereinigt, neu gestrichen. Neue Tische, neue Stühle, neue Lampen – es ist frischer geworden im «Wave». «Manchmal sind es auch kleine Dinge, die für ein neues Ambiente sorgen», sagt Staubli. Etwa auch der zusätzliche Platz, der im Obergeschoss mit dem Herausreissen der provisorischen Wand geschaffen wurde.
Nachmittags mehr Café, abends mehr Bar
Mit ein Grund, weshalb für den neuen «Wave»-Besitzer klar war, dass im Lokal nicht mehr geraucht werden soll, ist die Gelateria. Staublis Eltern produzieren die Glace, die neu im «Wave» verkauft wird. «Damit holen wir mehr Familien und Kinder zu uns. Das ist nicht kompatibel mit einem reinen Raucherlokal», findet er. Das «Wave» soll tagsüber wieder mehr zum Café werden und abends zur Bar. «Gerade im Sommer, wenn jemand nach dem Gelateria-Besuch vielleicht für einen Apéro bleibt, kann das sehr gut verschmelzen», sagt Staubli. So erhofft es sich der neue «Wave»-Betreiber.
Baueingabe für definitive Lösung folgt bald
24 Glace-Sorten werden laufend angeboten. «Da kommen über die ganze Saison über 50 zusammen, weil wir uns laufend der Saison anpassen», erklärt Ursula Ulrich, Staublis Mutter und Betreiberin der Gelateria. Extra für das «Wave» haben sie eine neue Sorte kreiert: Einhorn. «Was drin ist, das verraten wir nicht», sagt sie und lacht. Aktuell werden die Glaces noch aus einem Provisorium verkauft, die definitive Lösung in Form eines Wintergartens soll möglichst noch dieses Jahr eröffnet werden. «Die Baueingabe folgt bald», sagt Staubli dazu.
Ein neuer Anstrich, ein zusätzliches Angebot – und auch die Karte hat Staubli überarbeitet. «Die Auswahl ist grösser. Zum Beispiel haben wir neu eine Zapfanlage mit vier Biersorten im Offenausschank. Monatlich werden Sorten ausgetauscht», sagt er. Auch die Preise hat er punktuell angepasst – nach oben. «Es sind weiterhin faire Preise. Das ‹Wave› wird ganz sicher nicht zum teuren Laden», betont Staubli. Die ersten Tage nach den Neuerungen stimmen ihn positiv. «Und jetzt kommt hoffentlich bald das schöne Wetter. Wir freuen uns auf den Sommer.»


