Tausende folgen ihr
15.09.2023 MuriWeitere Spitze erreicht
Fussballerin Alayah Pilgrim avanciert zur bekannten Influencerin – mit Followern weltweit
143 000 Menschen folgen ihr auf Instagram – das macht Alayah Pilgrim so zu einer der beliebtesten Sportlerinnen des ...
Weitere Spitze erreicht
Fussballerin Alayah Pilgrim avanciert zur bekannten Influencerin – mit Followern weltweit
143 000 Menschen folgen ihr auf Instagram – das macht Alayah Pilgrim so zu einer der beliebtesten Sportlerinnen des Landes.
Celeste Blanc
«Spielst du nicht in der Schweizer Nati?», «Kannst du mir Tipps geben, wie man Profi wird?» Es sind die Fragen junger Fussballer und Fussballerinnen, die ihren Mut zusammengenommen haben, um Alayah Pilgrim anzusprechen. Auf der Strasse oder auf der Raststätte auf der Autobahn etwa. Die Spielerin des FC Zürich ist für sie ein Vorbild. Und nicht nur auf dem Fussballplatz, auch in den Sozialen Medien interessiert es immer mehr Menschen, was die Murianerin macht. Mittlerweile erreicht sie auf Instagram Tausende Menschen. Für Pilgrim bedeutet das eine grosse Chance: Nämlich, den Frauenfussball bekannt zu machen. «Und ihm eine Stimme zu geben.»
Grosse Verantwortung
In den Sozialen Medien ist die Fussballerin also ein Hit. Auch deshalb ist sie aktuell für den «Swiss Influencer Award» neben Sportgrössen wie Belinda Bencic und Wendy Holdener nominiert. Das Leben als Influencerin, es ist für Pilgrim eine Chance, neben dem Fussball Geld zu verdienen. Und ihr ist die grosse Verantwortung bewusst. «Der richtige Umgang damit muss stattfinden. Bei Inf luencern und Konsumenten.»
Alayah Pilgrim ist in der Kategorie Sport für den «Swiss Influencer Award» nominiert
Alayah Pilgrim startet nicht nur als Sportlerin, sondern auch als Influencerin durch. «Es ist eine Arbeit, die viele unterschätzen – denn der Job bringt viel Verantwortung mit sich», weiss die Fussballerin des FC Zürich.
Celeste Blanc
Wendy Holdener, Belinda Bencic, Andri Ragettli – es sind grosse Namen der hiesigen Sportwelt. Sie sind international bekannt, ihnen folgen Tausende Menschen in den Sozialen Medien. Unter anderem dafür sind sie aktuell für den «Swiss Inf luencer Award» nominiert, der Mitte Oktober in Zürich verliehen wird.
Zu den sechs Nominierten in der Kategorie Sport gehört auch die Murianerin Alayah Pilgrim. Unerwartet kam die Nachricht für die Fussballerin des FC Zürich. «Das ist schon unglaublich cool», strahlt sie. Vor allem neben so grossen Frauen wie Holdener und Bencic nominiert zu sein, sei eine grosse Ehre. «Sie haben schon so viel erreicht, auch international. Und ich stehe erst am Anfang.»
Anspruchsvoller Job − wenn man ihn richtig macht
Auch wenn Pilgrims Karriere jung ist, verzeichnet sie bereits jetzt eine grosse Gefolgschaft in den Sozialen Medien. Auf Instagram folgen der 20-Jährigen über 143 000 Menschen. Aktuell hat sie Kooperationen mit Marken wie Nike, L’Oréal, Alpro und Coca Cola am Laufen, deren Produkte Pilgrim in ihren geposteten Fotos und Videos in Szene setzt.
Doch wer meint, damit sei leichtes Geld verdient, der irrt sich. «Und zwar komplett», betont die Murianerin. Pilgrim zückt ihr Natel und zeigt ihren neusten «Reel», also ein kurzes Video, in dem sie für eine Allzwecksalbe wirbt. Eine strahlende Alayah, gezielte Schnitte und ein legeres Auftreten zeichnen dieses aus. Knapp 40 Sekunden dauert der Clip. Über zwei Stunden hat jedoch die Arbeit dahinter gedauert. «Darin stecken viele Überlegungen. Etwa, wie ich das Produkt darstelle, was und wie ich etwas sage.» Hauptsächlich ist das Kreieren von Inhalten für die Sozialen Medien ein Werbe- und Marketingjob. Um diesen möglichst professionell zu halten, arbeitet Pilgrim mit ihrem Manager zusammen, der ihr die Aufträge einholt und bei der Produktion hilft. Weiter arbeitet sie mit der Agentur «Kingfluencer» zusammen. «Wenn es seriös angegangen wird, ist es ein anspruchsvoller Job.»
Authentisch bleiben ist Pilgrims Devise
Pilgrim schlendert durch den Klostergarten, setzt sich auf die Steinbank. Längst hat sich die Murianerin, die ihre Karriere beim FC Muri gestartet hat und in der letzten Saison mit dem FC Zürich Schweizer Meisterin geworden ist, als Fussballerin einen Namen gemacht. Und auch als Influencerin ist sie gefragt. Renommierte Firmen, Unternehmen, aber auch Hotels bieten der 20-Jährigen Fotoshootings in der ganzen Welt, zuletzt sogar einen Laufstegauftrag in New York, an. Alles mit dem Ziel, dass Pilgrim dann ein Foto oder Video auf ihren Plattformen postet, damit es ihre Follower sehen. Die junge Frau ist sich ihrer Vorbildfunktion bewusst – und dass sie mit ihrer Arbeit einen Einfluss auf viele Menschen hat.
Auch schwere Zeiten gehören zum Leben
Deshalb ist es der Freiämterin wichtig, nur Inhalte zu produzieren, hinter denen sie selber zu 100 Prozent stehen kann – auch wenn ihr dabei der eine oder andere lukrative Werbeauftrag durch die Lappen geht. «Geld ist nicht alles», meint Pilgrim bestimmt. «Es gibt viele, die sich Influencer nennen und Dinge bewerben, die irreführend sind. Ich möchte meinen Werten treu bleiben und mein Gesicht und meine Zeit nur für Produkte hingeben, die ich als wertvoll erachte.» Wichtig sei es, dass man trotz der Ausstrahlungskraft und Faszination für die Sozialen Medien immer die Realität im Auge behalten muss. Deshalb hinterfragt auch Pilgrim selbst trotz des Influencer-Seins die glänzende «Blingbling-Kugel» der Sozialen Medien, wie sie es nennt. «Vieles ist fake. Und dennoch sind vor allem junge Menschen auf solche Inhalte anfällig», weiss sie. Ihre eigene Authentizität ist für sie das Allerwichtigste. «Ich bin Fussballerin. Ich stehe für sportliche Gesundheit. Das möchte ich transportieren.»
Und eben auch, dass auch in ihrem Leben nicht immer alles Gold ist, was glänzt. Deshalb teilt sie auch zeitenweise schwache oder traurige Momente aus ihrem Leben, beispielsweise, als sie und ihr Freund, Fussballer Elijah Okafor, eine Fernbeziehung führen mussten, weil er ins Ausland gewechselt ist. «Das war sehr kurzfristig und emotional», blickt sie zurück. Dennoch, um Realität zu erzeugen, müssen auch schlechte Momente Platz in den Sozialen Medien finden. «Der Abschied hat mich unendlich traurig gemacht. Aber auch die traurigen und schmerzvollen Momente gehören zum Leben. Auch wenn man sie auf Insta gerne ausblendet.»
Privatsphäre ist sehr wichtig
Zunehmend erreicht Pilgrim Bekanntheit durch ihre Arbeit in den Sozialen Medien. Mittlerweile wird sie auch von Fans angesprochen und auch im Ausland als Fussballerin der Schweizer Nationalmannschaft erkannt. «Dennoch ist es mir wichtig, meine Privatsphäre zu wahren», sagt sie. Sie will nicht jeden Moment ihres Lebens im Internet zeigen. «Und mir vor allem nicht den Druck machen, das Gefühl zu haben, dass ich jetzt was teilen muss.» Klar gehöre es dazu, die Follower zu einem gewissen Teil am Leben teilhaben zu lassen. Dabei behält sie auch ganz bewusst die schönen Momente für sich. «Von diesen muss nicht jeder erfahren. Sie gehören ganz allein mir.»


