Volle Kasse, reduzierter Vorstand
26.06.2026 MuriDie Gönnervereinigung Pro Spital Muri lud zur 82. Generalversammlung
Das Spital Muri ideell und materiell unterstützen – darum geht es der unabhängigen Gönnervereinigung Pro Spital Muri. Ergänzend zu den bescheidenen Mitgliederbeiträgen ...
Die Gönnervereinigung Pro Spital Muri lud zur 82. Generalversammlung
Das Spital Muri ideell und materiell unterstützen – darum geht es der unabhängigen Gönnervereinigung Pro Spital Muri. Ergänzend zu den bescheidenen Mitgliederbeiträgen hat ein grosszügiges Legat den Handlungsspielraum erhöht.
Thomas Stöckli
Jährlich ermöglicht die Gönnervereinigung dem Spital Muri Anschaffungen, die über das hinausgehen, was für die Erfüllung der Kernaufgabe dringlich notwendig ist, aber den Mitarbeitenden und Patienten dennoch einen Mehrwert bringen. letztes Jahr wurde etwa der Eingangsbereich neu gestaltet. Zudem spendete Pro Spital Muri eine Matratze zur automatisierten, schmerzfreien Umpositionierung von Patienten. Das schützt vor Wundliegen und entlastet das Pflegepersonal.
Das Spital stützen und stärken
Das Spital darf jeweils seine Wünsche angeben, daraus sucht der Vorstand der Gönnervereinigung aus, was er der Generalversammlung vorschlagen möchte. Für das laufende Jahr sind es eine mobile Besprechungsbox für vier Mitarbeitende – oder etwas gedrängt auch mal sechs –, eine mobile Serviceund Grillstation zur Verköstigung der Mitarbeitenden im Freien und ein «Snoezelen»-Wagen zur Sinnesförderung direkt am Patientenbett.
Insgesamt kostet dies 34 000 Franken. Das will sich die Gönnervereinigung einstimmig leisten. Und das kann sie sich auch leisten: «Der Verein ist in den Genuss eines Vermächtnisses gekommen», durfte Präsidentin Yvonne Leuppi verkünden. Konkret geht es um eine Einzelspende von 200 000 Franken, die im September 2025 vermeldet wurde. «Das hat uns mit grosser Freude und einem Gefühl der Dankbarkeit erfüllt», so Leuppi. Zudem wertet sie die Spende als starkes Signal für die Bevölkerung, das Spital ebenfalls zu stützen und zu stärken, im Sinne einer hochwertigen medizinischen Grundversorgung in der Region.
Nebst Leuten, die einen namhaften Beitrag spenden, ist die Vereinigung auf regelmässige Gönnerbeiträge angewiesen. Der Bestand nahm zuletzt bei 61 Aus- und 14 Eintritten auf 760 Mitglieder ab, der Mitgliederbeitrag ist mit 20 Franken bescheiden. Und dabei bleibt es – zumindest vorerst. Doch der Vorstand sei am Diskutieren, aufs kommende Jahr eine Erhöhung vorzuschlagen. «Sie dürfen gerne auch von sich aus einen höheren Betrag einzahlen», richtet sich Yvonne Leuppi direkt an die anwesenden Mitglieder. Vom neuen Flugblatt, das bei jedem Spitaleintritt mit der Willkommensmappe ausgehändigt wird, erhofft sich die Vereinigung wieder Zulauf.
Sandra Passerini gewählt
Im Vorstand müssen zwei Rücktritte zur Kenntnis genommen werden: Bruno Breitschmid tritt nach 13 Jahren im Amt nicht mehr zur Wiederwahl an. Vizepräsident Rico Hartmann würdigt ihn als kollegial, engagiert und gut vernetzt: «Er hat viel bewegt und dazu beigetragen, dass die Gönnervereinigung da steht, wo sie heute steht.» Seit 2022 war Michaela Allemann-Koch als Aktuarin im Vorstand, wo sie nicht nur mit grosser Sorgfalt protokolliert, sondern auch ihre Ideen eingebracht hat.
Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden diskussionslos im Amt bestätigt. Neu komplettiert Sandra Passerini das Gremium. Sie ist in Wohlen aufgewachsen, hat 20 Jahre im Murianer Schulhaus Badweiher unterrichtet und wirkt nun als Schulleiterin in Wohlen.
Mit sechs Vorstandsmitgliedern ist die statutarische Vorgabe von fünf bis sieben erfüllt. Yvonne Leuppi bleibt Präsidentin. Und gemeinsam mit Beatrice Koller-Wiederkehr aus Jonen wird sie die Gönnervereinigung auch weiterhin in der Stifterversammlung des Spitals vertreten.
Dernière für Sabina Rüttimann
Traditionell kommen an der GV des Gönnervereins jeweils auch die strategische und operative Spitalleitung zu Wort. Letztmals in ihrer Rolle als Stiftungsrats-Präsidentin – Ende Monat gibt sie das Amt ab – liess es sich Sabina Rüttimann nicht nehmen, der Gönnervereinigung ihren Dank auszusprechen: «Ihr seid die Botschafter für unser Spital.» In ihrem Rückblick streicht sie heraus, dass es gelungen sei, die Geburtenabteilung bis Ende 2025 mit hoher Qualität zu betreiben und parallel dazu die Akutgeriatrie auszubauen, auf mittlerweile 24 Betten und zwei leitende Ärztinnen.
Noch im Aufbau befindet sich die Orthopädie, derweil die Abteilung Muri Deluxe bereits eröffnet werden konnte. «Die ersten Zahlen zeigen, dass wir mit unserer Angebotsstrategie richtig liegen. Das stimmt zuversichtlich für die Zukunft.» Ihren Nachfolger Pascal Gregor hat sie gleich mitgebracht. Er sei gewillt, die Tradition nächstes Jahr fortzuführen, so Yvonne Leuppi.
Auch Spital-CEO Daniel Strub blickt nochmals auf den Strategieprozess zurück und auf die politischen Vorgaben bezüglich Wirtschaftlichkeit. Demnach braucht das Spital eine Gewinnmarge vor Abzug von Zinsen und Abschreibungen von 10 Prozent respektive einen jährlichen Gewinn von 8 Millionen Franken, um den künftigen Investitionsbedarf abdecken zu können. Weil das Spital als Stiftung einzig über den Gewinn zu neuem Eigenkapital kommen kann, bleiben als strategischer Hebel nur zusätzliche Erträge: «Das, was nichts bringt, ersetzen durch das, was etwas bringt», bringt es Strub auf den Punkt. Darum der Fokus auf Orthopädie und Akutgeriatrie.
Optimierung an diversen Fronten
Gut aufgenommen worden sei das digitale Ticketing, was für die Patienten das mühsame Warten im Spital reduziert. «Die Applikation wird sehr geschätzt und gut genutzt», so Strub. Ebenfalls für optimierte Prozesse – wenn auch in viel grösserem Ausmass – steht das integrale Kapazitätenmanagement. Seit 2021 beschäftigt sich das Spital damit. Der offizielle Startschuss erfolgte 2023. «Die Wirkung ist grandios, wenn ich alles zentral steuern kann», sagt der Spital-CEO. Bei gleichbleibender Kapazität lasse sich so die Produktivität um fünf bis 13 Prozent steigern. «Die Zahlen per Ende 2025 zeigen bereits, dass wir besser geworden sind.»
Auch die Gönnervereinigung geht mit der Zeit. So wurde die Vereinsführung digitalisiert, in Bezug auf die Mitgliederverwaltung ebenso wie auf die Rechnungsführung, wie Yvonne Leuppi ausführt.

