Von Louisiana auf die Brühl
26.06.2026 Sport, Fussball2. Liga: Joel Trüb kehrt zum FC Muri zurück
Er war jahrelang eine grosse Stütze beim FC Muri. Nun kehrt Mittelfeldspieler Joel Trüb aus den USA zurück. Und er wird nächste Saison wieder für Muri auflaufen.
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2. Liga: Joel Trüb kehrt zum FC Muri zurück
Er war jahrelang eine grosse Stütze beim FC Muri. Nun kehrt Mittelfeldspieler Joel Trüb aus den USA zurück. Und er wird nächste Saison wieder für Muri auflaufen.
Im Saisonendspurt stand Trüb bereits viermal im Aufgebot des FC Muri. Seit Sommer 2023 studierte er in den USA Sportmanagement und spielte dort Fussball. Sobald er im Sommer in die Schweiz kam, half der frühere Flügelflitzer seinem Heimatverein – nicht nur jetzt, als Verletzungen und andere Ausfälle das Kader für die letzten Spiele ausdünnten.
Schon ein Jahr zuvor, als Muri in der 2. Liga interregional gegen den Abstieg kämpfte, bot der 26-jährige Besenbürer seine Hilfe an. Damals spielte er in den letzten drei Partien der Saison. Den Abstieg konnte er mit der Mannschaft nicht verhindern. Diesmal war die Lage weniger kritisch. Muri wollte die gut gestartete Saison sauber und möglichst erfolgreich beenden. Mit Rang 2 hinter Aufsteiger Baden II gelang das. Trüb trug mit seinen Einsätzen dazu bei, dass die Murianer den Saisonendspurt nach ihren Vorstellungen gestalteten.
Start in Chicago
Jetzt wird alles anders. Bisher verbrachte Trüb den grössten Teil seines Jahres in den USA und unterstützte den FC Muri nur, wenn er in den Semesterferien Zeit hatte und das Team qualitative Verstärkung benötigt hat oder schlicht Kaderfüll-Material, damit genügend Leute für ein Spieltagsaufgebot zusammenkommen. Nach der Sommerpause wird der Besenbürer nun komplett zum FC Muri zurückkehren und der Mannschaft über die komplette Saison hinweg helfen können. «Das Studium ist noch nicht ganz fertig. Ich schliesse im Dezember ab. Das letzte Semester kann ich aber online absolvieren, weshalb ich jetzt schon definitiv in die Schweiz zurückkommen kann.» Mit neun Jahren begann Trüb seine sportliche Laufbahn bei den Murianern. Nach einer langen Juniorenzeit im Team Aargau kehrte er 2018 als 19-Jähriger zu den Klosterdörflern zurück. Fünf Jahre blieb er dem Team treu, feierte mit ihnen den Aufstieg in die 1. Liga classic und erlebte 2023 den Klassenerhalt mit starkem Endspurt und etwas Glück am grünen Tisch. Nach rund 90 Spielen und 12 Toren im Muri-Trikot suchte Trüb eine neue Herausforderung. Die fand er an der «Olivet Nazarene University» bei Chicago, wo er mit einem Sportstipendium Fussball spielte und Sportmanagement studierte.
Horizont an anderer Universität erweitert
Nach einem Jahr zog es ihn aber weiter an die «Louisiana State University Shreveport», wo das sportliche Niveau der «Shreveport Pilots» noch etwas höher war. Dort wechselte er auch sein Studienfach zu «Business Administration». So durfte der Flügelspieler mehr von den USA sehen, seinen Horizont erweitern und auf noch höherem Niveau Fussball spielen. «Das Niveau ist ganz gut. Ich würde sagen, dass unsere Mannschaft auf dem Level einer guten Truppe der 2. Liga interregional ist. Natürlich gibt es auch schwächere Teams in unserer Conference, und der Fussball ist viel athletischer. In der Schweiz ist er taktischer als in den USA. Trotzdem spiele ich gern hier», sagte er damals gegenüber dieser Zeitung.
Er machte allerdings auch nie ein Geheimnis daraus, dass ihm seine freiämterische Heimat fehlt. Für ihn besteht kein Zweifel daran, dass er nach dem Studium wieder zurückkehrt. «Ein Teamkollege von mir ist aus Costa Rica. Er versucht beispielsweise alles, um eine Green Card zu erhalten. Für ihn ist das jetzt ein Sprungbrett. Ich nutze das Studium, um meinen Horizont zu erweitern, und will nachher mit dieser Ausbildung eine Arbeit in der Schweiz finden. Ziel wäre es, in einem Sportverein im Bereich Management arbeiten zu können. Am liebsten natürlich im Fussball. Und wenn ich nach dem Studium in die Schweiz zurückkehre, würde ich am liebsten wieder für Muri spielen.»
Das erfüllt sich nun. Nach dem Abenteuer in den USA kehrt Trüb endgültig zu seinem Club zurück, auch wenn er noch einige Online-Verpflichtungen an seiner Uni hat. «Das ist mein Verein. Dort habe ich viele Kollegen, dort hat alles angefangen.» Und neben seinen Freunden bietet der FC Muri ein gutes Team mit regional verwurzelten Spielern.
«Wir sind noch an einem weiteren Rückkehrer dran, der aber noch nicht spruchreif ist», berichtet Sportchef Alessio Passerini. «Ausserdem soll ein grosser Teil der Mannschaft bleiben. Da noch nicht alle Verträge unterschrieben sind, werden wir das aber erst kommunizieren, sobald alles unter Dach und Fach ist.» Es sieht so aus, als hätte das ohnehin starke Team des FC Muri ein Upgrade für die kommende 2.-Liga-Saison erhalten. --jl

