Von wegen Normalo
14.08.2026 Sport, FussballGrosses Ziel vor Augen
Der FC Muri startet mit einem Auswärtsspiel gegen den SC Schöftland in die neue Saison. Nachdem die Klosterdörfler die vergangene Saison mit dem 2. Platz in der 2. Liga beendet haben, wollen sie jetzt aufsteigen. --jl
...Grosses Ziel vor Augen
Der FC Muri startet mit einem Auswärtsspiel gegen den SC Schöftland in die neue Saison. Nachdem die Klosterdörfler die vergangene Saison mit dem 2. Platz in der 2. Liga beendet haben, wollen sie jetzt aufsteigen. --jl
1. Liga classic: FC Wohlen – Zug 94 (Samstag, 16.30 Uhr, Niedermatten) – Der neue Stürmer Milos Grujicic im Fokus
Blutiger Start: Im ersten Spiel schiesst der neue Stürmer Milos Grujicic kein Tor, kassiert aber eine Platzwunde, die mit fünf Stichen genäht werden musste. «Jetzt wollen wir zu Hause den ersten Sieg holen», sagt der 25-Jährige aus Spreitenbach.
Stefan Sprenger
Er führt ein «stinknormales Leben», wie Milos Grujicic sagt. Doch wenn er davon erzählt, ist es alles andere als gewöhnlich. Aufgewachsen ist er in Spreitenbach, wo er auch das Fussballspielen lernte. Als 11-Jähriger wechselt er in die Jugendabteilung des FC Zürich. Der bullige Stürmer ist talentiert, der Traum vom Profifussball blüht. Im Sommer 2019 gibt er seine Premiere im U18-Nationalteam Serbiens. «Und danach ging es bergab – aber heftig», sagt Grujicic. Er reisst sich das Kreuzband. Und das ganze dreimal hintereinander. Zweimal in einem Testspiel, einmal im Training. Dreimal wurde er operiert. «Dreimal kämpfte ich mich zurück und gab das Comeback – und jedes Mal riss ich mir kurze Zeit danach wieder das Kreuzband.» Nach der dritten groben Knieverletzung nimmt er sich eine Auszeit. «Sonst wäre ich kaputt gegangen.» Sein Bubentraum, einmal Profifussballer zu werden, ist verpufft. «Das war mir klar», sagt er.
Trainer Oswald wollte ihn unbedingt holen
Nach seinen Engagements bei Wettswil-Bonstetten und YF Juventus geht er zurück zu seinem Heimatclub, dem FC Spreitenbach. Aber Grujicic ist zu gut für die regionale Liga. Im letzten Jahr geht er zu Red Star Zürich in die 2. Liga interregional, macht in 25 Spielen zwei Tore und glänzt mit seiner Physis. Eine seiner grössten Stärken: «Ich kann den Ball behaupten, damit die Mitspieler vorrücken können und wir gemeinsam angreifen», sagt der mannschaftsdienliche Mittelstürmer. «Ich habe einen guten Schuss, aber ich drücke zu wenig oft ab», meint er. Das will er aber verbessern – am besten im ersten Heimspiel der Saison für den FC Wohlen, seinen neuen Verein.
Grujicic, der als Sachbearbeiter bei der Hypothekarbank Lenzburg arbeitet, will hier durchstarten. Den neuen FCW-Trainer Jérôme Oswald kennt er von der letzten Saison bei Red Star Zürich. «Er verlangt von allen, dass wir im Kollektiv agieren und zusammenarbeiten. Er will kontrolliert angreifen. Mit Idee, mit Plan», sagt Grujicic über die offensive Spielweise des Coachs. Trainer Oswald wollte ihn übrigens unbedingt zu Wohlen holen – das wird gute Gründe haben. «Ich spielte schon mal in der 1. Liga classic. Das war aber vor meinen Verletzungen. Dieses Engagement hier, bei diesem traditionsreichen Club mit richtig toller Infrastruktur, ist für mich auch eine Chance, mir selbst zu beweisen, dass ich es auch auf diesem Niveau draufhabe», sagt er weiter.
Das blutige Debüt
Er habe sich «bestens eingelebt». Es passt beim FC Wohlen, «es sind alles coole Menschen, ein toller Verein, ich fühle mich wohl, sehr wohl», sagt der Schweizer mit serbischen Wurzeln. «Nun müssen im ersten Heimspiel nur noch die Tore her.» Gegen Courtételle war er in der Startelf. «Wir waren in der ersten Halbzeit richtig stark und hätten ein Tor verdient», wie er sagt. Die zweite Halbzeit hat er kaum mitgekriegt. Denn nach 54 Minuten wird Grujicic ausgewechselt – und kann nicht mehr zusehen. In einem Luftduell um den Ball prallt er mit einem Gegenspieler am Kopf zusammen. Ein Cut an der Stirn. Es fliesst Blut. Die Wunde musste im Spital mit fünf Stichen genäht werden. «Das gehört dazu. Die Fäden sind entfernt. Ich bin fit für die Partie gegen Zug», sagt er voller Vorfreude. «Das 0:0 zum Start gegen Courtételle war gut. Ein Sieg wäre aber auch nicht gestohlen gewesen.»
Nun folgt das erste Heimspiel am Samstag gegen Zug 94. «In diesem coolen Stadion, vor unserem Anhang. Es kribbelt. Und natürlich wollen wir den Sieg. Ich verspreche, ich gebe mein Bestes für den FC Wohlen», sagt Grujicic. Ein Mann, der alles andere als stinknormal ist.
«Effizienter vor dem Tor»
Trainer Jérôme Oswald sagt vor dem Heimspiel gegen Zug 94, dass man «den guten Flow vom Spiel gegen Courtételle mitnehmen will». Die Zuger – bei denen mit Flavio Caserta und Leotrim Nitaj zwei frühere Wohler spielen – sind schlecht in die Saison gestartet und kassierten eine 1:4-Pleite auswärts in Solothurn. Oswald erwartet den Gegner in einem 4:4:2-System. Er sagt: «Wir wollen weiterhin an unseren Prinzipien festhalten. Wir wollen kompakt stehen und das Spiel kontrollieren. Wir wollen uns möglichst viele Torchancen herausspielen – und dann müssen wir auch effizienter vor dem Tor sein als gegen Courtételle.»
Cirelli und Pnishi fehlen
Zum Auftakt gab es ein 0:0, wobei der FC Wohlen besonders in der ersten Halbzeit überlegen agierte. Beim ersten Heimspiel am Samstag gegen Zug fehlen Stefano Cirelli, Alban Pnishi und Pren Gjini (alle verletzt). Sian Dzelili eilte noch in den Ferien und braucht noch etwas Zeit. «Wir alle hoffen sehr, dass wir zu Hause die ersten drei Punkte einfahren können. Die Saisonpremiere in den Niedermatten wollen wir natürlich positiv gestalten.» --spr

