Weltweites Vertrauen
26.06.2026 Wohlen, Gewerbe«Open Day» bei der Firma Arbor Fluidtec AG / Swagelok in Wohlen
Hightech, Forschung und regionale Industrie sind beim «Open Day» von Swagelok aufeinandergestossen. Die Schweizer Niederlassung des amerikanischen Mutterkonzerns ist vor einigen Jahren ...
«Open Day» bei der Firma Arbor Fluidtec AG / Swagelok in Wohlen
Hightech, Forschung und regionale Industrie sind beim «Open Day» von Swagelok aufeinandergestossen. Die Schweizer Niederlassung des amerikanischen Mutterkonzerns ist vor einigen Jahren aus Niederrohrdorf nach Wohlen gezogen. Sie ist weiter auf Expansionskurs. Bald wird der Standort Wohlen im Rigackergebiet weiter ausgebaut.
Patrick Fischer
Ein Raketenprojekt, bei dem Swagelok als Technologiepartner beteiligt war. Oder ein ETH-Fokusprojekt, das an einem wasserstoffbetriebenen Flugzeug arbeitet. Die Firma Arbor Fluidtec AG / Swagelok ist vielseitig beschäftigt, sie stellte sich und ihre innovativen Tätigkeiten an einem «Open Day» vor.
Fluidsystemlösungen sind Teil fast jedes Produktionsverfahrens in der Industrie. Egal, ob Rohre, Schläuche, Ventile, Filter, Druckregler oder Messgeräte – immer wenn Flüssigkeiten oder Gase zusammengeführt und vermischt werden, entstehen hohe Anforderungen an die Hardware. Bekannt sind die verflochtenen Leitungssysteme aus der chemischen Industrie, sie existieren ebenso in der Halbleiteroder der Energie-Branche. Auch im Gebiet der Forschung geht ohne sie nicht viel. So ist es nicht erstaunlich, dass fast alles, was in der Schweizer Industrie Rang und Namen hat, zum Kundenkreis der Firma Swagelok gehört – und eine illustre Gästeschar am Tag der offenen Tür bildete.
«Qualität ist die DNA unserer Produkte»
Das Unternehmen beschäftigt am Standort Wohlen knapp 50 Mitarbeitende sowie 15 weitere in Österreich, Ungarn und Rumänien, deren Märkte ebenfalls von der Schweiz aus betreut werden. «Unser Team besteht aus einem guten Mix aus langjährigen und neuen Mitarbeitern», beschreibt Verkaufsleiter Werner Isler die Swagelok-Belegschaft und ergänzt: «Wir bilden auch Lehrlinge aus und motivieren und unterstützen unsere Mitarbeitenden bei Weiterbildungen. Qualität ist die DNA unserer Produkte, Kunden weltweit vertrauen auf unsere Komponenten, um Flüssigkeiten und Gase sicher zu lagern, zu steuern und zu befördern», sagt Isler weiter.
Im informativen Rundgang durch die Firma eröffneten sich den Gästen spannende Einblicke in die Produktion und die Qualitätsprüfung von Swagelok. Besonders die Suche nach Leckagen sowie die Prüfung der Druckresistenz der Bauteile wurden eindrücklich demonstriert. So wurden beispielsweise Stahlrohre bei über 1000 bar zum Bersten gebracht oder die Vorgehensweisen zur Deduktion von Leckagen im Molekül-Bereich erläutert. Aber auch der umfangreiche Lagerbestand an Rohren, Kabeln und Verbindungsstücken machte Eindruck. Gemäss Werner Isler will die Firma Swagelok langfristig am Markt erfolgreich sein. «Man muss nicht nur gute Lösungen und Produkte anbieten, sondern auch liefern können», betont er.
Rund 80 Kilometer Rohre, 20 Kilometer Schläuche sowie über 8000 verschiedene Einzelkomponenten in unterschiedlicher Anzahl sind auf den 500 Quadratmetern eingelagert, während jährlich über 15 000 Sendungen mit gut 700 000 Teilen die Spedition verlassen.
Spannend waren zudem die diversen externen Aussteller, die innovative Projekte wie das wasserstoffbetriebene Flugzeug «Cellsius» oder die Rakete «Firehorn II» präsentierten. Ebenfalls spannend ist ein Projekt der Fachhochschule Nordwestschweiz, bei dem Swagelok beteiligt ist. Ziel ist die Entwicklung von modularen Prozessanlagen (Skids), die neue Technologien schneller vom Labor in die industrielle Praxis überführen sollen. «Wir engagieren uns mit einem Sponsoring bei verschiedenen Forschungsinstituten in der Schweiz», sagt der in Wohlen aufgewachsene Isler. Aktuell ist das Unternehmen Swagelok beim ETH-Fokusprojekt «Cellsius H2», beim EPFL-Rocket-Team sowie den Miniplant-Skids der FNHW dabei.
Weiter war beim «Open Day» auch das Eidgenössische Institut für Metrologie (Metas) mit einem Stand vor Ort. Hier konnte die mobile Messanlage zur Bestimmung der Abgabemenge von Wasserstoff-Zapfsäulen bestaunt werden. Bei Planung und Bau gibt es eine enge Zusammenarbeit mit Swagelok, und natürlich soll sich das finanzielle Engagement (im jährlich sechsstelligen Bereich) irgendwann auszahlen. Spätestens dann, wenn die entsprechenden Technologien dereinst marktreif sind respektive die beteiligten Studenten in die Führungsetagen der Schweizer Industrie aufgestiegen sind und sich an die hoffentlich guten Erfahrungen mit den Swagelok-Produkten erinnern.


