Zeitgemässer Arbeitsplatz im Forst
09.06.2026 Kelleramt, UnterlunkhofenDie Ortsbürgergemeindeversammlung Unterlunkhofen stimmt allen traktandierten Geschäften zu
Die Investition in die Forsthalle «Bärhau» war das grosse Thema der «Gmeind» im «Schindeli». Zu reden gab insbesondere der geplante ...
Die Ortsbürgergemeindeversammlung Unterlunkhofen stimmt allen traktandierten Geschäften zu
Die Investition in die Forsthalle «Bärhau» war das grosse Thema der «Gmeind» im «Schindeli». Zu reden gab insbesondere der geplante Anschluss an die Kanalisation – und was dies für die umliegenden Höfe bedeutet.
Thomas Stöckli
«Bei den Ortsbürgern, da geht es noch um etwas», stellte Gemeindeammann Peter Hochuli angesichts der gehaltvollen Traktandenliste fest. Umrahmt von einem stimmungsvollen Apéro hinter dem Restaurant Schindeli und dem anschliessenden Nachtessen ging es primär um den Verpflichtungskredit über 765 000 Franken für den Ausbau und die Erweiterung der Holzlagerhalle «Bärhau» – inklusive Anschluss an die Kanalisation.
Eigenständig investieren
Aktuell verfügt die besagte Halle weder über Büroräume vor Ort noch über sanitäre Anlagen. «Zeitgemässe Garderoben und Aufenthaltsräume dürfen sein», findet Stefan Strebel, Präsident der Forstkommission des Forstbetriebs Mutschellen. Darüber hinaus weist das Dach undichte Stellen auf. An der letzten «Gmeind» haben sich die Ortsbürger dazu bekannt, allein investieren und den weiteren beteiligten Gemeinden künftig Mietkosten weiterverrechnen zu wollen – mit langfristiger vertraglicher Absicherung. Die Investition stellt keine Hürde dar, zumal 660 000 Franken aus dem Waldfonds entnommen werden können. Gemäss informellen Zusagen seitens des Kantons seien die Pläne grundsätzlich bewilligungsfähig.
Rege diskutiert wurde insbesondere über den Kanalisationsanschluss. Die Ökologie sei dem Gemeinderat ein Herzensanliegen, hielt Hochuli fest «und da gehört der Anschluss an die Kanalisation dazu». Das bringe zwar Mehrkosten von 100 000 Franken mit sich, biete aber auch dem Jagdhaus und den Bauernhöfen in der Umgebung die Möglichkeit, sich anzuschliessen. Erste Gespräche seien bereits geführt worden,so der Gemeindeammann. Die Frage aus der Versammlung, ob ein Anschluss für die benachbarten Höfe verpflichtend sei, beantwortete Hochuli mit einem klaren Nein.
Solaranlage und öffentliches WC?
Ein Votant sprach sich für eine zusätzliche Photovoltaikanlage aus. Das sei im Projekt nicht vorgesehen, so Stefan Strebel. «Wir wollten den Bogen nicht überspannen», begründete er. Zudem seien der Strombedarf vor Ort zu bescheiden und die bestehende Elektroleitung zu schwach bemessen. «Weil man den Strom nicht vor Ort brauchen kann, wären die Mehrkosten nicht gerechtfertigt», stimmte Hochuli zu.
Eine weitere Votantin regte ein öffentliches WC für die Besuchenden der direkt angrenzenden Keltengräber an, schliesslich sind die 63 Grabhügel im Bärhau die grösste bekannte Nekropole der älteren Eisenzeit. Auch hier riet Hochuli allerdings zu Zurückhaltung. Schliesslich sei die Frage des Unterhalts noch nicht geklärt – und dessen Finanzierung. Entsprechend gelte es abzuwarten, wie die Pläne des Kantons aussehen. «Bei Bedarf wäre das mit geringem Aufwand ergänzbar», so der Ammann.
Kurze Wege fürs Energieholz
Schliesslich nahmen die Ortsbürger den Verpflichtungskredit über 765 000 Franken einstimmig an. Ebenso wie zuvor schon dem Holzschnitzel-Liefervertrag mit dem Wärmeverbund Mutschellen. «Kurze Wege sind ökologisch sinnvoll», finden der Gemeinderat und die Forstkommission. Den Bedarf bei mittlerem Ausbau von 13 800 Schnitzel-Kubikmetern könne der Forstbetrieb Mutschellen problemlos sicherstellen, hielt Revierförster Christoph Schmid fest, zumal die nach dem Orkan Lothar frisch aufgeforsteten Flächen immer noch nur Energieholz liefern.
Ein Vertrag über 15 Jahre Laufzeit bringt die für ein Projekt dieser Grössenordnung erforderliche Planungssicherheit. Der Forstbetrieb hat seinerseits allerdings auf eine Zusatzklausel der Wirtschaftlichkeit bestanden: «Damit wir im Notfall nicht noch Geld drauflegen müssen», so Schmid.
Nach rund anderthalb Stunden kann Peter Hochuli die Versammlung im «Schindeli» schliessen – und nahtlos in den gemütlichen Teil überleiten.
Die Beschlüsse
Von 83 Stimmberechtigten haben 34 an der Ortsbürger-«Gmeind» Unterlunkhofen teilgenommen. Einstimmig hiessen sie nebst dem Protokoll, dem Rechenschaftsbericht und der Rechnung auch eine Einbürgerung, einen Holzschnitzel-Liefervertrag mit dem Wärmeverbund Mutschellen und den Ausbau der Forsthalle «Bärhau» samt Kanalisationsanschluss gut.


