Zweideutig ein Dreiakter
17.03.2026 Region Oberfreiamt, Bettwil, Theater, MusikAusverkaufte Premiere
Theater der «Musig» Bettwil begeistert
Das Jahreskonzert vor einem Jahr war das letzte – zumindest vorläufig. Die Musikgesellschaft Bettwil stellte den regelmässigen Probenbetrieb ein. Festgehalten werden ...
Ausverkaufte Premiere
Theater der «Musig» Bettwil begeistert
Das Jahreskonzert vor einem Jahr war das letzte – zumindest vorläufig. Die Musikgesellschaft Bettwil stellte den regelmässigen Probenbetrieb ein. Festgehalten werden soll aber an der Tradition der Theater, die immer zum Jahreskonzert gehörten. Nun ist klar, dass dies beim Publikum sehr gut ankommt. «Älplerläbe» begeistert und sorgt für ausverkaufte Ränge. --red
«Musig» Bettwil begeistert mit dem Theaterstück «Älplerläbe»
Mit dem Jahreskonzert vom Frühling 2025 hat sich die Musikgesellschaft Bettwil vorläufig musikalisch verabschiedet und den Spielbetrieb schweren Herzens eingestellt. Es werden nun keine hohen Töne mehr gespielt, dafür weiterhin freche Töne während des Theaters gespuckt.
Da der Verein bekannt ist für eine langjährige Theaterkultur, möchte die Bettwiler Musikgesellschaft diese beibehalten. Zahlreiche Zuschauerinnen und Zuschauer füllten den Saal am Samstag bis zum letzten Platz und erlebten einen humorvollen Theaterabend mit viel Situationskomik und überraschenden Wendungen. Aus Platzgründen hatten einige Gäste keinen Einlass, die Sicherheit geht einfach vor. Und so wurden die betroffenen Gäste freundlich von der Präsidentin Marie-Theres Bircher auf die Vorstellung am Sonntag verwiesen.
Model will Älplerin werden
Kaum passender könnte die Stückwahl «Älplerläbe» sein für das höchstgelegene Dorf im Kanton Aargau. Petrus dachte mit und schickte einen Wintereinbruch mit Schnee vom Himmel. Die Handlung spielt auf einer abgelegenen Alp. Dort führen die Älpler Sepp (Herbert Fischer) und Resi (Doris Hunziker) ein ruhiges und einfaches Leben im Einklang mit der Natur. Auffallend häufig taten sich die Einheimischen schwer mit den Fremdwörtern, die gesprochen wurden. Aus Internet wurde Internat. Fotoshooting wurde zu Foto-Tschutting, Model wie ein Mödeli Anken? Aus Horoskop wurde Horrorskop.
Doch die Idylle und ihr Alltag wird plötzlich gestört: Das Topmodel Clarissa, gespielt von Edith Meier, taucht für ein angebliches Fotoshooting auf und beschwert sich über die unhygienischen Zustände auf der Alp. Das WC habe keine Spülung und sei das Modell Plätsch. Statt sich ein prickelndes Cüpli zu genehmigen, um die Nerven zu beruhigen und sich von innen heraus zu desinfizieren, musste sie zwangsläufig auf einige Milch-Cüpli ausweichen und fand Gefallen daran. Deshalb ihre neue Inspiration: Beautymilch erfinden und Älplerin werden. Das allerdings in der Stadt und samt den Kühen. Und Resi mit ihren himmelblauen Augen hatte daraufhin auch eine Glanzidee, sie könnte doch Model werden. Antwort von Seppli: «Für was wotsch du ächt Model werde, öppe für Rossdeckene?»
Äusserst aufdringliche Langfinger
Gleichzeitig sucht die etwas exzentrische Esoterikerin Kalina Luna (Renate Stutz) dort ihre innere Mitte mit ihrer Klangschale. Zwei flüchtige Ganoven namens Poldi und Edi (alias Urs Lüscher und Erich Schönenberg) bringen zusätzlich Chaos ins Geschehen.
Auf die Frage von Poldi, worin er denn am besten sei, antwortet Edi, der Gauner, blitzschnell: «Fehler machen.» Poldi ist der Hauptverantwortliche, dass der Koffer mit dem vielen Geld spurlos verschwunden war.
Die Langfinger waren aber die zwei Schwestern Trudi und Berti (Manuela Kuhn und Cornelia Müller). Ihre Mission ist nämlich, Spenden zu sammeln für die Bergbauern. Nach kurzem Kennenlernen von Poldi waren die beiden Schwestern schockverliebt und äusserst aufdringlich. Trotz Geiselnahme mit Pistolendrohung tauchte das Geld nicht wieder auf. Bei der Geiselnahme durfte das Nachschminken der Lippen nicht fehlen und wurde grosszügigerweise von einem «Mannenvolk» erledigt. Was wiederum als Erpresserfoto diente.
Fast 22 000 Wörter
Das Publikum zeigte sich begeistert und belohnte die Schauspielerinnen und Schauspieler mit einem tosenden Applaus. So setzten sie ein eindeutiges Zeichen, dass im nächsten Jahr wieder ein Theater stattfinden sollte. Das wünschen sich wohl auch die Gewinner beim Schätzwettbewerb. Die Frage: Wie viele Wörter hat es im 1. und 2. Akt? 21 852 heisst die magische Zahl und der Wettbewerb wurde gewonnen mit einer Differenz von 10 Wörtern. --mm





