Zwischen Parkplatz und Parcours
21.07.2026 Sport, Weitere SportartenReitsport: Cornelia Wanderon vor der Springkonkurrenz Wohlen am Samstag und Sonntag
Cornelia Wanderon ist an der Springkonkurrenz Wohlen doppelt gefordert. Die Vizepräsidentin des Kavallerievereins Bünztal arbeitet am Anlass mit und startet selbst an einer ...
Reitsport: Cornelia Wanderon vor der Springkonkurrenz Wohlen am Samstag und Sonntag
Cornelia Wanderon ist an der Springkonkurrenz Wohlen doppelt gefordert. Die Vizepräsidentin des Kavallerievereins Bünztal arbeitet am Anlass mit und startet selbst an einer Prüfung. Nach einem erfolgreichen Saisonverlauf hofft sie am Heimconcours auf eine weitere Klassierung.
Josip Lasic
«Die Atmosphäre», antwortet Cornelia Wanderon wie aus der Kanone geschossen auf die Frage, worauf sie sich bei der Springkonkurrenz Wohlen am meisten freut. Für die Vizepräsidentin des organisierenden Kavallerievereins Bünztal ist der Heimconcours immer etwas Besonderes. «Wir haben es gut untereinander, es herrscht eine schöne Stimmung bei Reitern und Gästen. Der Concours ist ein gemeinsames Ding, bei dem alle an einem Strang ziehen.» Sie und ihr Partner Stephan Meier gehören beide zum Kavallerieverein Bünztal. Gemeinsam reiten sie mit ihren Pferden Valentina und Leroy regelmässig auf Concours in der ganzen Schweiz. «So ein Fest wie bei uns findet man so gut wie nirgends.»
Die Menzikerin wohnt seit zehn Jahren in Dintikon, zuvor lebte sie bereits in Wohlen. Am Wochenende startet sie selbst am Heimwettkampf. «Schön wäre es, wenn wir in Wohlen eine Klassierung holen könnten, weil es unser Heimverein ist.». Als Vorstandsmitglied und Teil des OK wünscht sie sich vor allem einen unfallfreien und guten Ablauf. «Wir geben uns Mühe und werden den Platz noch wässern, damit der Concours für alle möglichst angenehm wird. Der Aufwand wäre gar nicht zu stemmen, wenn nicht alle anpacken würden. Aber im Verein haben wir grossartige Leute und sind ein super Team.» Sie selbst ist für die Parkplätze am Event zuständig. «Im Vergleich zu der restlichen Arbeit, die es zu tun gibt, ist es kein riesiger Aufwand.» Herausfordernder wird es, weil sie selbst reitet. Dank einem eingespielten Team lasse sich das aber gut verbinden. «Ich mache das nicht allein. Wir haben einen Stamm an Leuten, die seit Jahren dabei sind und wissen, wie alles läuft.» Wanderon und Meier starten am Samstagmorgen in der Prüfung 2 mit ihren Freibergerpferden. Danach bleibt ihr genug Zeit, um wieder mitzuhelfen.
Spät zum Wettkampfsport gekommen
Die 44-Jährige reitet seit ihrer Kindheit. «Auf meinem ersten Foto auf einem Pferd bin ich erst zwei Jahre alt.» Dem KV Bünztal gehört sie erst seit acht Jahren an. Ihr Partner brachte sie in den Verein. Er selbst ist dort seit über 40 Jahren Mitglied. Durch ihn und die Pferde, die sie haben, hat sie auch angefangen, Wettkämpfe zu bestreiten. «Vorher war das für mich kein Thema.»
Das änderte sich auch wegen Leroy. Der Wallach ist eine Eigenzucht und kam auf dem Hof in Dintikon zur Welt. Nach zwei Jahren auf einer Fohlenweide im Jura kehrte er zurück und wurde von Wanderon und Meier ausgebildet. «Es ist besonders schön, wenn man mit so einem Pferd Erfolge hat. Wir wissen, dass er alles, was er kann, von uns gelernt hat. Und wenn er etwas nicht kann, ist es auch unsere Verantwortung.» Mit beiden Pferden absolvierte sie bereits Dressurprüfungen. In erster Linie bestreitet sie jedoch Springkonkurrenzen. Trotz des späten Starts ihrer sportlichen Karriere feiert sie Erfolge. In diesem Jahr erreichte sie sowohl mit dem Wallach als auch mit der Stute jeweils einen 2. Platz an einem Concours. Vier Klassierungen in einem Jahr bedeuten die Qualifikation für den Freiberger-Final. Dieser findet jeweils im September in Avenches statt. Ihr Ticket für dieses Jahr hat sie bereits sicher. Sie tritt zum vierten Mal am Final im Waadtland an. «Mittlerweile bin ich zufrieden mit uns und unseren Leistungen», sagt sie lachend.
Sie und Stephan Meier reisen monatlich ein bis zwei Wochenenden mit den Pferden an Turniere. Neben den sportlichen Anlässen engagiert er sich in der Schweizer Kavallerie Schwadron 1972. Diese Gruppe zeigt sich an öffentlichen, zivilen und militärischen Anlässen in den originalen Uniformen und Sattlungen der ehemaligen Schweizer Kavallerie vor ihrer Auflösung im Jahr 1972. «Zwischendurch brauchen die Pferde allerdings Erholung. Wir bleiben bewusst auch mal zu Hause. Die Tiere geniessen dann entspannte Ausritte abseits der Wettkämpfe.» Auch sonst nehmen Pferde einen sehr hohen Stellenwert in Wanderons Leben ein. Die gelernte Servicefachangestellte betreut in Dintikon einen weiteren Pferdestall und reitet auch fremde Pferde aus, damit sie genügend Bewegung haben.
Ein Fest für ganz Wohlen
Seit drei Jahren ist Wanderon im Vorstand des Kavallerievereins Bünztal. Nun hofft sie, dass auch die diesjährige Springkonkurrenz erfolgreich verläuft. Der Anlass beginnt am Samstag um 7.30 Uhr mit der ersten Prüfung. Sportlicher Höhepunkt des ersten Tages ist der Bünztal-Cup, der um 17 Uhr startet. Anschliessend folgen Festbetrieb und der Auftritt von «WinMusic». Am Sonntag geht es ab 7 Uhr weiter. Neben den sportlichen Prüfungen gibt es eine Festwirtschaft, einen Softeisstand und einen Hobby-Horsing-Wettkampf für Kinder. «Es soll wieder für ganz Wohlen ein schöner Anlass werden», sagt Wanderon. «Der Verein gibt alles dafür.» Und vielleicht gelingt ihr vor dem Heimpublikum auch sportlich ein Erfolg.


