Zwischen Spitze und Keller
14.08.2026 Sport, Fussball2. Liga: Vier Freiämter Teams starten in die neue Saison – mit teilweise sehr unterschiedlichen Zielen
Mit dem FC Muri, dem FC Mutschellen, dem FC Wohlen U23 und Aufsteiger Villmergen spielen dieses Jahr vier Freiämter Vereine in der 2. Liga. Die Klubs ...
2. Liga: Vier Freiämter Teams starten in die neue Saison – mit teilweise sehr unterschiedlichen Zielen
Mit dem FC Muri, dem FC Mutschellen, dem FC Wohlen U23 und Aufsteiger Villmergen spielen dieses Jahr vier Freiämter Vereine in der 2. Liga. Die Klubs verfolgen ähnliche Ansätze, doch ihre Ziele könnten kaum unterschiedlicher sein.
Der FC Muri und der FC Villmergen könnten mit ihren Zielen für die kommende Saison nicht weiter auseinanderliegen. Muri-Trainer Alain Schultz sagt: «Ich will die vergangene Saison toppen.» Da Rang 2 kaum zu verbessern ist, ohne ganz nach oben zu kommen, ist das Ziel klar: Muri spielt um den Aufstieg. Im Cup soll es mindestens in den Final gehen.
Villmergen spielt dagegen erstmals seit 36 Jahren wieder in der 2. Liga. Hier zählt vor allem der Klassenerhalt. Dennoch ähneln sich die Philosophien beider Vereine. Nach dem Abstieg aus der 1. Liga classic setzte Muri auf Spieler aus der Region, die Qualität mitbringen. Diesen Weg gehen die Murianer weiter. Selim Kul, Luca Merendino, Joel Trüb, Rafael Freitas Ferreira, Leonard Alimi, Torhüter Shane Clerici und Winterzugang Burim Hasanramaj sorgen für Breite, Qualität und Erfahrung im Kader. Viele stammen aus dem Freiamt. Trüb und Freitas Ferreira trugen bereits früher das Muri-Trikot. Auch in Villmergen stammt ein Grossteil der Mannschaft aus der Region. Trotz des Sprungs in die höchste regionale Liga verzichtet der Verein deshalb auf einen grossen Umbruch.
Die Aufstiegsmannschaft soll ihre Chance erhalten. «Wenn wir einen Transfer machen, dann muss es ein Spieler sein, der uns weiterbringt. Fussballerisch und mit seiner Erfahrung», sagt Sandro Meyer, der mit Simone Antonelli das Trainerduo auf der Badmatte bildet. Dem Duo stehen 25 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung. Zudem hat Villmergen wieder einen soliden Unterbau mit einem Team in der 4. Liga und einer dritten Mannschaft in der 5. Liga. Bei Bedarf greifen die Trainer auch dort oder bei den Junioren auf weitere Spieler zurück. So startet Villmergen ins Abenteuer 2. Liga. Zum Auftakt wartet ein starker Gegner: Heute Freitag, 20 Uhr, gastiert der Aufsteiger beim Vorjahresdritten Suhr. Muri tritt morgen Samstag, 17 Uhr, auswärts gegen den SC Schöftland an.
Aufbauen und weiterentwickeln
Den Kampf um den Klassenerhalt kennt die zweite Mannschaft des FC Wohlen nur zu gut. In den vergangenen Jahren musste das Team stets um den Ligaerhalt zittern. Trainer Rino Luongo nennt ihn deshalb auch diesmal als erstes Saisonziel. Gleichzeitig will er die Mannschaft aufbauen und weiterentwickeln. «Und vielleicht ist dann ein Platz im Mittelfeld sogar realistisch.» Hoffnung macht, dass das Team nicht wie in den Vorjahren fast komplett neu zusammengesetzt werden musste. Ein Grossteil der Truppe ist zusammengeblieben. Die Rückkehrer Nelson Afulike und Alessio Bochicchio sowie Abwehrspieler Alexander Murillo Pena verstärken das Team. «Und einige junge Spieler konnten wir auch an das Team heranführen. Die Probleme der letzten Jahre haben wir nicht und ich hoffe, dass wir dadurch auch dem Stress aus dem Weg gehen.» Obwohl die Rückrunde sportlich besser lief, war sie für Luongo nicht weniger stressig. «Im Gegenteil, uns war ja immer bewusst, dass wir in jedem Spiel punkten müssen, um noch Chancen auf den Ligaerhalt zu haben. Aber jetzt, wenn wir mit mehr Ruhe arbeiten können und unser Potenzial abrufen, bin ich zuversichtlich, dass etwas Gutes entsteht.» Der FC Wohlen U23 bestreitet sein Auftaktspiel erst am Dienstag, 20.15 Uhr, auswärts auf dem Mutschellen, weil der Gegner am Wochenende im Schweizer Cup im Einsatz ist.
Cup-Sieger will zulegen
Als Lohn für den Sieg im Aargauer Cup tritt Mutschellen im Schweizer Cup an. In der Meisterschaft will das Team von Trainer Shani Tarashaj ebenfalls zulegen. Dabei muss Mutschellen einige erfahrene Kräfte ersetzen. Captain Roger Pfyl, Goalie Fabian Riesen, Gianluca Sforza und Luca Merendino haben den Verein verlassen. Mit Laze Stojkovski, Kiril Iloski und Denisson Souza kehrten mehrere Spieler zurück, die den Verein bereits kennen. Zudem rückten fünf Feldspieler und ein Torhüter aus dem eigenen Nachwuchs auf. Rund 80 Prozent des Teams sind zusammengeblieben. Neben einer besseren Platzierung in der Meisterschaft träumt Tarashaj auch von der erfolgreichen Titelverteidigung im Aargauer Cup. Die Mutscheller starten am Dienstag zu Hause mit dem Derby gegen Wohlen II und treffen am kommenden Freitag auf Aufsteiger Villmergen. --jl
Die traditionelle Fussballbeilage mit den wichtigsten Infos zum Freiämter Fussball erscheint am Freitag, 21. August, in der Ausgabe Nummer 66.

