«Wine and Dine» der Freiämter Weinfreunde im «Ochsen»
Aargauer Ortsbürgerweine sind mehr als ein regionaler Genuss – sie sind lebendige Kultur. Gespannt auf die Ortsbürgerweine haben sich 75 Freiämter Weinfreunde auf den Weg ...
«Wine and Dine» der Freiämter Weinfreunde im «Ochsen»
Aargauer Ortsbürgerweine sind mehr als ein regionaler Genuss – sie sind lebendige Kultur. Gespannt auf die Ortsbürgerweine haben sich 75 Freiämter Weinfreunde auf den Weg gemacht nach Muri zum «Caspar-Wolf-Saal».
Viele Gemeinden in der Schweiz pflegen ihre eigenen Reben und oft ist ihre eigene Geschichte stark damit verbunden. Solche Weine stehen für Tradition, Handwerk und eine Verbundenheit mit Land und Bewohnern, die man beim Verkosten spürt und schmeckt. So gibt es im Kanton Aargau sieben Ortsbürgergemeinden, welche kleinere oder grössere Rebanlagen besitzen. Empfangen werden die Gäste mit einem Glas «Lenzburger Schaumwein Brut 2023». Dazu wird Rauchlachs-Crêpe-Roulade mit Meerrettichcreme und Dill gereicht.
Das «Wine and Dine» erfolgt im architektonisch einzigartigen «Caspar-Wolf-Saal» – eine Augenweide für moderne, holzbetonte Architektur. Nachdem alle ihren Platz gefunden haben, nutzt Esther Béchir, Vorstandsmitglied und Organisatorin, die Gelegenheit, die Referenten zu begrüssen. Thomas Lindenmann, Winzer und Kelterer, führt mit Lidwina Weh, Weinakademikerin, durch den Abend.
Es wird die erste Reihe Ortsbürger-Weissweine serviert. Milly Stöckli erläutert in einem kurzen Referat, was Ortsbürgergemeinden sind und was sie in der Schweiz bedeuten. Ruedi Donat zeigt auf, was es mit der alljährlichen Ortsbürgerweinprämierung, in der Regel im Schlössli Wohlen, auf sich hat. Siegerwein wird man nicht einfach so, klärt Thomas Lindenmann auf. Es braucht alles: optimales Lesegut aus dem Weinberg, Fachwissen und sorgfältige Handhabung im Keller und dann noch ein bisschen Glück bei der Verkostung.
Nach diesen aufschlussreichen Referaten wird auch schon der erste Gang serviert. Lidwina Weh und Thomas Lindenmann nutzen während des Servierens die Gelegenheit und geben noch einige Informationen zu den einzelnen Weinen. Man spürt, sie lieben diese Themen und geben sie auch entsprechend lebendig weiter. Weiter geht es mit der warmen Vorspeise. Auch hier geben die Referenten Insiderwissen zu den einzelnen Weinen weiter, das man sonst nicht erfahren würde. Das macht «Wine and Dine» immer wieder spannend. Es folgt der Hauptgang. Diesmal begleitet von drei Rotweinen: dabei unter anderem der Siegerwein von 2025 der Ortsbürgergemeinde Muri, ein Klosterfelder Pinot Noir 2023; es folgen ein Wein aus Baden, Stadtwy Pinot Noir 2023, und ein Aarauer Wein, Malbec 2020. Ein Malbec-Rotwein aus dem Aargau, eine Überraschung für alle. Die drei Weine harmonieren optimal mit dem aufgetischten Hauptgang: Schweinsfilet und Dörrbirnen an Biersauce mit Kartoffelmousseline und grünen Spargeln.
Erinnert stark an weissen Portwein
Zum Dessert gibt ein Rüebli differente bestehend aus Rüebli-Mousse, Crumble mit Karamell und Minze-Vanille-Glace. Da fühlt man sich doch sofort zu Hause, im Rüeblikanton. Als Weinbegleitung ein Forte Bianco vom Weingut Lindenmann, Seengen. Ein Likörwein, der ein bisschen an einen weissen Portwein erinnert. Mit diesem aussergewöhnlichen Dessertwein geht der Abend zu Ende und wird noch lange in guter Erinnerung bleiben.
--red