Das Miteinander gefeiert

  21.07.2026 Region Oberfreiamt, Auw, Kommende Events, Musik, Essen und Trinken

Himmel und Hölle in Auw

Das traditionelle Dorffest zieht weiterhin die Massen an – diesmal mit einer Beizen-Rochade

Das Bewährte erhalten und sich doch immer den Bedürfnissen anpassen – das Dorffest-OK in Auw bewies einmal mehr, dass es das beherrscht.

Thomas Stöckli

An seinem neuen Platz mit Blick auf die Flaniermeile war der «Kafi-Egge» gut besucht. Wobei das auch am ebenso erfrischenden wie aufputschenden «Espresso-Martini-Slushie» liegen könnte, der neu im Angebot ist. «Bei 30 Grad will man keinen heissen Kaffee trinken», begründet Pascal Villiger, der für den «Kafi-Egge» verantwortlich ist, die Ergänzung der Getränkekarte.

Der besondere Energydrink sei denn auch äusserst begehrt gewesen. Der urchige Alphütten-Stil und die Musik der «Ägeritaler Turbo-Örgeler» trugen ihrerseits dazu bei, dass die Plätze im «Kafi-Egge» begehrter waren als auch schon.

Für die Mojito-Bar konnte derweil eine zweistöckige Holzkonstruktion errichtet werden. Das Bar-Team um Chefin Jasmin Villiger nutzte die Etagen-Konstellation, um eine «Himmel-» und eine «Höllen-Bar» mit leicht variierendem Angebot an Drinks zu lancieren. Die Baufachleute aus den eigenen Reihen erstellten über der Holzkonstruktion kurzerhand noch ein Blechdach.

Rund 5000 Festgängerinnen und -gänger kommen am Dorffest Auw erfahrungsgemäss zusammen. Nach zwei von drei Festtagen sei man auf Kurs, zieht OK-Präsident Oliver Leu Zwischenbilanz. Noch steht das «Fyrobebier» aus, das sich zunehmender Beliebtheit erfreut.

Ab 17.30 Uhr geht es heute Dienstag im Biergarten los, mit Unterhaltung durch «Die Jauks» und «Die rohrreichen sieben». Ab 18.30 Uhr öffnen die restlichen Beizli mit Barbetrieb auf der Festmeile.


Stimmung von gemütlich bis ausgelassen am Dorffest in Auw

Drei Tage Ausnahmezustand – damit wirbt die lokale Brass-Band für ihr Dorffest. Einmal mehr hat sie den Worten auch Taten folgen lassen. Trotz Regengüssen am Samstag und mit einer gelungenen Umstellung.

Thomas Stöckli

Das Fest ist in vollem Gang, die Reihen im und ums Bierzelt scheinen dicht gefüllt zu sein, dann fallen erste Tropfen. «So schade», sagt eine Festbesucherin, ehe sie sich vom Vorplatz ins Zeltinnere flüchtet. Andere tun es ihr nach, die Festgemeinde rückt zusammen, alle finden Platz. Gerade noch rechtzeitig: Fünf Minuten später schüttet es heftig. Weitere zehn Minuten später zeigen sich allerdings bereits wieder wärmende Sonnenstrahlen. Drei kurze Regengüsse – wie der beschriebene kurz nach 20 Uhr – vermögen die Stimmung am Samstagabend allerdings kaum zu trüben. Denn schliesslich sorgen sie auch für die sehnlichst erwartete Abkühlung.

Strenge Tage für den OK-Präsidenten

«Es könnte nicht besser sein», äussert sich OK-Präsident Oliver Leu am Sonntagnachmittag zum Wetter. Schliesslich habe man bewusst genügend Zeltflächen, dass auch bei Regen alle einen Platz im Trockenen finden. Nicht alles läuft so rund. Immer wieder meldet sich sein Smartphone. Eine der Beizen braucht noch zusätzliches Brot. «Sonst mussten wir jeweils erst für den Dienstag nachbestellen», so Leu.

Herausfordernder ist derweil ein anderes Problem: Ein Tiefkühler ist ausgestiegen. Und dann gilt es noch einen Disput zwischen zwei Bands zu schlichten.

Fahrgeschäfte und Livemusik

Der OK-Präsident ist gefordert. Permanent. «Ich bin am Morgen der Erste auf Platz und am Abend der Letzte, der geht», sagt er. Wobei Abend nicht ganz korrekt ist: Am Samstag lief der Festbetrieb bis Sonntagmorgen, 5 Uhr. «Ich kam um 7 Uhr ins Bett», so Leu. Von der langen Nacht ist am Sonntagnachmittag kaum noch etwas zu bemerken. Die Festmeile präsentiert sich aufgeräumt und familientauglich. Familien prägen schliesslich auch das Bild – nicht nur im Lunapark mit Ponys, Schifflischaukel und Bungee-Trampolinen. Hier vermischt sich der Sound der Fahrgeschäfte mit jenem der «Heidegg Musikanten», die im vollen Festzelt aufspielen.

Weiter unten auf der Festmeile, vor dem «Kafi-Egge», spielen die «Ländlerfrönde Freiamt» auf. Die Alphornformation aus Hägglingen bestehe aus neun Mitgliedern, verrät Tourmanagerin und Alphornistin Sandra Coray. In Auw sind die «Ländlerfrönde» als Trio gebucht und spielen zwischen 17 und 22 Uhr an fünf verschiedenen Standorten.

Gemeinsam weiterentwickeln

Das Konzept, wie die Brass-Band ihr Dorffest ausrichtet, bewährt sich seit Jahrzehnten. Gross etwas daran ändern muss und will das OK entsprechend nicht. Und doch zieht es immer wieder die richtigen Schlüsse, um das Angebot den ändernden Bedürfnissen anzupassen. Diesmal etwa setzte Leu bei der Anordnung der Beizen an. Der «Kafi-Egge» sei zuletzt nicht mehr so gut gelaufen, führt er aus, während der Platz in der beliebten «Mojito-Bar» chronisch eng war.

Für Jasmin Villiger, Chefin der beliebten «Mojito-Bar», hat sich die nun umgesetzte Rochade nur schon durch die Nachbarschaft zur «Hirschen-Bar» gelohnt. So hatten die Festbesucher auf der Strasse zwischen den beiden Bars die Wahl aus noch mehr Drinks.

Trotz unterschiedlichen Geschmäckern kann man so gemeinsam feiern. «Das hat die Durchmischung gefördert», stellt Jasmin Villiger fest. Und um das Miteinander, den Austausch, geht es ja, wenn man ein Dorffest organisiert.


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote