Das Leben der Segler in Bremgarten
05.06.2026 Bremgarten, NaturExkursion von «Läbigs Bremgarte» offenbart Erstaunliches über faszinierende Vögel unter unseren Giebeln
Rund 25 Gäste nahmen an der Führung über «Schwalben und Segler» in Bremgarten teil. Die ausgebuchte Exkursion bot ...
Exkursion von «Läbigs Bremgarte» offenbart Erstaunliches über faszinierende Vögel unter unseren Giebeln
Rund 25 Gäste nahmen an der Führung über «Schwalben und Segler» in Bremgarten teil. Die ausgebuchte Exkursion bot einen Einblick in die Welt der Segler und Schwalben, die in der Stadt Bremgarten heimisch sind. Naturschutzbiologe Markus Müller leitete den Rundgang.
«Aller guten Dinge sind drei», werden sich die Verantwortlichen gesagt haben. Zweimal musste die Exkursion wegen schlechten Wetters verschoben werden. Nun hat sie Anfang Juni doch noch stattgefunden. Pünktlich um 19.30 Uhr hiess Jacqueline Bedo, Präsidentin von Läbigs Bremgarte und Mitglied von «BirdLife», die Teilnehmenden willkommen.
Dabei erzählte sie über ihre Faszination für die Tiere. «Ich liebe das Geräusch der Mauersegler in der Stadt Bremgarten», sagte sie und übergab danach das Wort an Naturschutzbiologe Markus Müller, der die Exkursion leitete. «Die Tiere sind jedoch nicht das ganze Jahr über hier. Sie fliegen Mitte/ Ende Mai ein und gehen Ende Juli / Anfang August wieder in den Süden», erklärt Müller.
«Das Faszinierende an den Mauerseglern ist, dass sie im Nest ihre Flugmuskeln trainieren, da sie nach dem ersten Ausfliegen, ausser zum Nisten, den Boden nicht mehr berühren. Sie bleiben ganze zwei bis drei Jahre, bis sie geschlechtsreif sind, in der Luft. Insgesamt haben wir in Bremgarten 80 Mauersegler-Brautpaare.»
Hitze als zunehmendes Problem
Eine Teilnehmerin fragt, ob die Tiere Feinde haben. «Falken, heute auch Waschbären, da sie Ziegelsteine auf den Dächern bewegen können und nicht zuletzt natürlich der Mensch.» Durch die Klimaerwärmung häufen sich die Vorfälle, dass die Nistplätze unter den Ziegelsteinen zu heiss werden. «Die Jungtiere werfen sich dann aus Panik aus den Nestern», erklärte Müller. Wenn man ein Jungtier finde, könne man die Stiftung «Vier Pfoten» kontaktieren (+41 43 311 80 90). «Am besten bewahrt ihr das Tier bis dahin in einem Schuhkarton auf», sagte Müller.
Weiter ging es dann zum Schulhausplatz Obertor. «Mauersegler nisten meistens an den gleichen Stellen. Beim KuZeB-Gebäude gibt es zum Beispiel viele Nistmöglichkeiten. Die Ziegel und Nischen bieten einen sehr guten Nistplatz für die Tiere. Uns sind auch zwei Dohlennistpaare bekannt in den Kaminen des KuZeBs», erzählte Markus Müller und fügte hinzu: «Auch wenn in der Einladung die Rede von Schwalben war, gibt es in Bremgarten keine Nistplätze.» Bei den Tieren im Städtli handelt es sich durchwegs um verschiedene Arten von Seglern.
Von Amthof bis Hexenturm
Dann ging es Richtung Holzbrücke. «Von hier aus sieht man gut auf den Turm des Muri-Amthofs. Nur an diesem Ort nisten Alpensegler. Die Tiere sind im Flug aber schwer von den Mauerseglern zu unterscheiden, man erkennt sie jedoch gut an ihrem bestimmten Ruf», erklärte Müller. Mauersegler seien durch ihren weissen Fleck zu erkennen, Alpensegler hätten hingegen einen weissen Bauch. «Leider sind die Tiere eher unbeliebt, bei den Anwohnern, da sie im Gegensatz zu den Mauerseglern am Abend aktiver und lauter sind», erzählte Markus Müller.
Die Exkursion ging dann am Hexenturm weiter. Am Turm selbst sind die Nistmöglichkeiten super. Er ist das Zuhause der Mauersegler und Abendsegler. «Durch die gegebene Aussenstruktur des Hexenturms haben die Mauersegler viele Nistoptionen», erklärte der Naturschutzbiologe. «Bei der Renovation des Turmes haben wir bei der Planung eng mitgearbeitet, um zu versichern, dass das Zuhause der Vögel wie auch der Fledermäuse geschützt bleibt.»
Am Ende der Exkursion wurde der Nistkasten für die Abendsegler in der Nähe vom Friedhof gezeigt. «Die modernen Bauten bieten keine Möglichkeit für die Tiere zu nisten. Sie haben keine Nischen oder Ziegeldächer», erklärte Müller den Teilnehmenden hier. «Mittlerweile baut man aber Nistkästen an die Wände der Blöcke, um das Problem zu vermindern.» Er zeigte auf einen grosse Kasten an einem Gebäude. «Das ist das Zuhause für 80 bis 90 Bremgarter Abendsegler» --tyb


