Den Burgweg wieder aufgefrischt
08.05.2026 Region Oberfreiamt, NaturArbeitseinsatz in der Natur: Die Dorfjugend aus Dietwil hat für die Allgemeinheit angepackt
Es ist ein wildromantischer Pfad, der sich an der Kantonsgrenze durch den Wald schlängelt. Nun hat der Burgweg wieder eine Auffrischung erhalten. Dafür setzten sich ...
Arbeitseinsatz in der Natur: Die Dorfjugend aus Dietwil hat für die Allgemeinheit angepackt
Es ist ein wildromantischer Pfad, der sich an der Kantonsgrenze durch den Wald schlängelt. Nun hat der Burgweg wieder eine Auffrischung erhalten. Dafür setzten sich unter anderem die Sechstklässler ein. Ihr Fachlehrer hat einen besonderen Bezug zum Wald und zum Weg.
Thomas Stöckli
Dass Dietwil einen Skulpturenweg hat, das rückte spätestens mit der 20-Jahr-Jubiläumsfeier vom vergangenen Jahr wieder etwas mehr in die öffentliche Wahrnehmung der Region. Er ist aber nicht der einzige Themenweg der südlichsten Gemeinde im Freiamt. Durch den Grenzwald zum luzernischen Inwil hin windet sich der abenteuerliche «Burgweg». Er führt zur Ruine eines mittelalterlichen Wachturms. Viel zu sehen ist davon allerdings nicht mehr.
Die Ruine diente – wie das früher üblich war – als Steinbruch für den Bau der Dorfkirche.
Ausserschulischer Lernort
Der Weg zum Burghügel existiert schon länger. Phasenweise wurde er intensiv begangen, dann wieder fast vergessen. Vor 21 Jahren hat die Jubla den damals verwahrlosten Weg wieder instand gestellt. Diesmal legten das Forstteam und der Zivilschutz Hand an. Schliesslich führt der Weg auf Brücken über zwei Bäche. Diese Brücken wurden nun wieder instand gesetzt. Den Feinschliff am Weg besorgte die Primarschule. Der Schulleiter Jonas Reding habe ihn angefragt, ob er mit der 6. Klasse während der Sportlektionen am Freitag einen Einsatz für die Gemeinde machen möchte, sagt Fachlehrer Dave Ruck. «Ich war sofort Feuer und Flamme dafür, da ich ausserschulische Lernorte schätze, um den Alltag der Schülerinnen und Schüler spannender zu gestalten.»
Gemeinsam etwas erreicht
Vor Ort haben die Jugendlichen den Weg von Stöcken, Steinen und Unebenheiten befreit. «Teilweise mussten wir auch Dornen, Unkraut und grosse Mengen an Laub entfernen», so Dave Ruck. Anschliessend habe er mit den Schülerinnen und Schülern Holzschnitzel auf dem Weg verteilt. «Der Einsatz kam bei der Klasse sehr gut an», zieht er Bilanz. Nicht nur die verdiente Glace im Anschluss habe sie gefreut: «Das Gefühl, gemeinsam etwas erreicht zu haben, war für alle sehr wertvoll.» Ihm persönlich habe die Arbeit mit dem Laubbläser am meisten Spass gemacht, verrät Ruck. «Ich habe gelernt, dass sich die Schülerinnen und Schüler gut motivieren lassen, wenn ich selbst mit Begeisterung vorangehe und aktiv mit anpacke», so der engagierte Lehrer. Ebenso eindrücklich seien die leicht erschöpften, aber glücklichen Gesichter auf dem Rückweg gewesen. Seiner Klasse windet er ein Kränzchen: Er habe die Jugendlichen als sehr wertschätzend, aufgeweckt und respektvoll erlebt, gegenüber Lehrpersonen wie untereinander. «Sie werden bald in die Oberstufe wechseln, und ich wünsche ihnen viel Erfolg auf dem weiteren Weg.»
Besonderer Bezug zum Burgweg
Für Ruck war der Einsatz nicht irgendeine Aufgabe. «Mein persönlicher Bezug zu diesem Weg ist gross», sagt er. Bis zur 4. Klasse in Dietwil aufgewachsen, hat er selbst hier die Schule besucht: «Wir wohnten in der Nähe des Waldes und ich verbrachte dort mit meinen Freunden jede freie Minute – beim Burgenbauen, Schätzevergraben oder ‹Räuber und Poli› spielen.» Dieser Einsatz sei für ihn daher ein besonderer gewesen: «Es freut mich sehr, als Lehrperson nach Dietwil zurückgekehrt, heute Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg begleiten zu dürfen.» Solche Einsätze in der Natur und im Dienst der Gemeinschaft möchte er denn auch künftig mit seinen Klassen durchführen. «Gegenseitige Unterstützung und freiwilliges Engagement sollten in einer Gemeinschaft selbstverständlich sein – auch übergreifend in der Gesellschaft.»


