Er fühlt sich am richtigen Ort
22.05.2026 Muri, Parteien, PolitikVon Erfahrung profitieren
Herbert Meiers Start im Gemeinderat Muri
Sich in einem öffentlichen Amt zu engagieren, das ist für Herbert Meier nicht neu. Jahrelang war er Schulpfleger, gar deren Präsident. Im Herbst wurde der Murianer ...
Von Erfahrung profitieren
Herbert Meiers Start im Gemeinderat Muri
Sich in einem öffentlichen Amt zu engagieren, das ist für Herbert Meier nicht neu. Jahrelang war er Schulpfleger, gar deren Präsident. Im Herbst wurde der Murianer SVP-Politiker nun in den Gemeinderat gewählt. «Das erste Fazit fällt äusserst positiv aus», sagt der Landwirt. Der Fokus in seinen Ressorts liegt auf dem Thema Bildung, speziell Schulraumplanung. --ake
Herbert Meier, SVP, zieht ein erstes Fazit nach fünf Monaten im Gemeinderat
Er war Schulpfleger, Schulpflegepräsident und betreut nun im Gemeinderat unter anderem das Ressort Bildung. «Ich kann aus dem Vollen schöpfen», sagt Herbert Meier. Die Politik sei für ihn eine ideale Ergänzung zu seinem landwirtschaftlichen Betrieb. «Ich brauche mehr als nur Stallgeruch», sagt er.
Annemarie Keusch
Während des Gesprächs klingelt das Telefon. Es geht um den Skulpturenweg, den die Ortsbürgergemeinde hinsichtlich des Klosterjubiläums realisieren will. «Wir schauen das an.» Herbert Meier legt auf. Lächelt. «Ich arbeite dann für den Gemeinderat, wenn es die Zeit zulässt.» Nicht an einem fixen Tag. Flexibilität sei eine seiner grossen Stärken. «Ich versuche immer möglichst einen Schritt voraus zu sein.» Meier sagt es vor allem im Hinblick auf die wärmeren Wochen und Monate. Auf die Zeit, in der die Arbeit auf dem Hof nicht aufgeschoben werden kann. «Einen Fixtermin, wenn Heu gemäht werden muss? Ja, das könnte zur Herausforderung werden», gesteht er. Herbert Meier versucht mit genauer Planung entgegenzuwirken.
Damit meint er nicht nur die Arbeiten, die als Gemeinderat und Vertreter in verschiedenen Gremien und Kommissionen anstehen. Er meint auch die Arbeit auf dem Hof. Längst bewirtschaftet er diesen nicht mehr alleine mit seiner Frau Sybille. «Ich bin daran, etwas kürzerzutreten», sagt der 55-Jährige. Die nächste Generation steht in den Startlöchern, arbeitet nicht nur mit, sondern entscheidet auch mit. «Sonst wäre es nicht möglich gewesen, jetzt als Gemeinderat zu kandidieren», gibt er unumwunden zu. Und ohne die Unterstützung seiner Familie hätte er es erst recht nicht gewagt. Zufrieden sagt Meier: «Jetzt passt das Amt – betrieblich und familiär.»
Gemeinderat war immer ein Thema
Lässt erahnen, dass dem nicht immer so war. 2009 war es, als Herbert Meier zum ersten Mal ein öffentliches politisches Amt übernahm. «Die SVP suchte damals ein Mitglied für die Schulpflege», blickt er zurück. Als Vater von vier damals schulpflichtigen Kindern sagt er zu. «Ich brauchte schon immer mehr als nur den Stallgeruch.» Das Thema interessierte ihn, und als das Amt des Präsidenten vakant wurde, rutschte er nach. Bis vor vier Jahren die Schulpflegen aufgehoben wurden. Direkt als Gemeinderat zu kandidieren, das war damals für ihn aber kein Thema. «Obwohl ich immer mit diesem Amt liebäugelt habe.» Der neue Betrieb im Aettenberg war damals aber noch im Aufbau. «Die Prioritäten waren andere.»
Aber eben, Politik war immer ein Thema. Auf der Gemeindeebene sowieso. «Weil man hier noch etwas verändern kann.» Weil er sich hier für die Leute vor Ort einsetzen kann. Für die Leute, die er kennt. Und weil er als Gemeinderat an seine Tätigkeit in der Schulpflege anknüpfen kann. «Der bisher schönste Moment? Dass der Schulleiter meinen Anruf mit ‹Hoi Herbi› entgegennahm.» Die Nummer war noch gespeichert, das Miteinander schnell wieder da. «Natürlich merke ich, dass ich vier Jahre weg war. Natürlich hat sich in dieser Zeit einiges verändert und natürlich bin ich als Gemeinderat weiter weg, als ich es als Schulpfleger war. Aber das ist alles gut so.»
Fokus auf die Bildung
Knapp fünf Monate ist Herbert Meier nun im Gemeinderat. «Ich spüre, dass ich am richtigen Ort bin», sagt er. Er sei motiviert, sitze fest im Sattel. «Es macht Spass.» Natürlich liegt der Fokus in seinem Ressort bei der Bildung. «Weil Bildung eben das A und O ist.» In der Schule, aber auch später im Berufsleben. Dass er auf seinem Hof Lernende ausbildet, gehört für ihn selbstverständlich dazu.
Eine Herausforderung sieht er indes in der Nähe. «Ich kenne viele Leute im Dorf.» Es kommt vor, dass Eltern wegen Problemen ihrer Kinder in der Schule ihn anrufen. «Da muss ich aufpassen. Aber das war als Schulpflegepräsident nicht anders. Auch hier profitiere ich von dieser Erfahrung.»
Entscheidungen in Schulraumplanung
Das Tempo im Gemeinderat sei seit Anfang Jahr hoch. Auch in seinen Ressorts. An der nächsten «Gmeind» wird Meier einen 300 000-Franken-Kredit für ein ICT-Projekt an der Schule vortragen. Auch in Sachen Schulraumplanung geht Entscheidendes vor sich. «90 Prozent der Auslegeordnung sind abgeschlossen», sagt Herbert Meier. Jetzt gehe es darum, Wege zu suchen, Varianten auszuarbeiten, zu priorisieren. «Ja, dabei geht es auch um Neubauten und nicht nur um Sanierungen.» Es stehen entsprechende Entscheide an in den nächsten Monaten. Weil der Sanierungsbedarf bei einigen Schulhäusern gross ist, weil sich die Ansprüche verändert haben.
Ist auch ein zusätzlicher Standort ein Thema? «Möglichkeiten wären da. Diese gilt es mit der Entwicklung genau anzuschauen.»
Von Kultur bis Landwirtschaft
Die Bildung ist aber nicht das einzige Ressort des SVP-Politikers. Er betreut beispielsweise auch die Vereine. «Hier stand in den ersten Monaten weniger an.» Hinzu kommt der Bereich Kultur. Meier ist Gründungspräsident des Museums Pflug und Korn, engagiert sich in der Fasnachtsgesellschaft Muri-Neuenburg. «Ich gebe zu, die Angebote von Murikultur besuchte ich weniger. Aber es braucht beides: ein Violinenkonzert und eine Réunion.» Kultur sei dort, wo Menschen zusammenkommen.
Forst, Natur und Landwirtschaft gehört neu ebenfalls zum Bildungsressort. Herbert Meier spricht von einem Heimspiel. Gleiches gilt für die Ortsbürger, wo er als Waldbesitzer und Ortsbürger auch bisher mit viel Interesse dabei war. «Ich fühle mich wohl in meinen Bereichen, im Amt und im Team. So kann es weitergehen.»


