Er macht Geschichte lebendig
03.03.2026 Museum, WohlenDaniel Güntert ist Kopf des Monats
Vor 50 Jahren wurde das Strohmuseum eröffnet. Daniel Güntert dokumentiert alles Historische. Der Wohler Lokalhistoriker wurde von der Redaktion zum Kopf des Monats Februar gekürt.
Wertvolle Dienste ...
Daniel Güntert ist Kopf des Monats
Vor 50 Jahren wurde das Strohmuseum eröffnet. Daniel Güntert dokumentiert alles Historische. Der Wohler Lokalhistoriker wurde von der Redaktion zum Kopf des Monats Februar gekürt.
Wertvolle Dienste rund um den Geburtstag des Strohmuseums: Daniel Güntert ist «Kopf des Monats» Februar
Am 13. Februar feierte das Schweizer Strohmuseum seinen 50. Geburtstag und damit auch eine erfolgreiche Geschichte. Einer, der unermüdlich diese Geschichte aufarbeitet, ist Daniel Güntert. Der ehemalige Bezlehrer ist weit mehr als Lokalhistoriker.
Daniel Marti
Die Eröffnungsfeier am 13. Februar 1976 war nur für geladene Gäste. Etwas elitär war der Kreis, der den offiziellen Start des Strohmuseums in Wohlen miterleben durfte. Das war vor einem halben Jahrhundert. Mittlerweile ist das Schweizer Strohmuseum aus Wohlen nicht mehr wegzudenken, es hat Strahlkraft weit über die Dorfgrenzen hinaus. Es zeigt nicht nur eine Wohler, sondern auch eine Freiämter Erfolgsgeschichte. Das Strohmuseum erinnert dabei an erfolgreiche wie auch an weniger erfreuliche Epochen wie etwa den Niedergang. Die hiesige Strohindustrie pflegte globale Beziehungen, die jetzt noch im Schweizer Strohmuseum erkennbar sind. Zum 50. Geburtstag des Strohmuseums werden wieder viele Erinnerungen aufgearbeitet. Auch in diesem Zusammenhang steht der Archivar des Strohmuseums, Daniel Güntert, im Einsatz. Er jagt Dokumenten nach, er sichtet Waren, alte Werkzeuge oder Hüte. Lokalhistoriker Daniel Güntert kümmert sich um die Geschichte – von Wohlen und vom Strohmuseum. Dies ist für die Redaktion Grund genug, ihn zum Kopf des Monats Februar zu küren.
«Glücksfall und ein tragender Eckpfeiler»
Daniel Güntert ist mit seinem umfangreichen Wissen eine Stütze für viele Personen – für die Verantwortlichen des Strohmuseums erst recht. «Wenn ich eine Frage zur Hutgeflechtindustrie habe, schreibe ich Dani Güntert», sagt Museumsleiterin Petra Giezendanner. «Und ich weiss: Es dauert nie lange, bis eine präzise und kenntnisreiche Antwort in meinem Postfach liegt.» Daniel Güntert sei weit mehr als ein Mitarbeiter, «er ist ein Glücksfall und ein tragender Eckpfeiler unseres Museums. Als Historiker, der in Wohlen tief verwurzelt ist, widmet er sich seit vielen, vielen Jahren mit aussergewöhnlicher Leidenschaft der Hutgeflechtindustrie und kennt ihre Geschichte wie kein anderer.» Diese Passion sei auch in seinen Führungen unmittelbar spürbar, so Giezendanner. «Ebenso in Projekten wie unserem Oral-History-Projekt, bei dem er Zeitzeuginnen und Zeitzeugen mit grosser Sensibilität begegnet.» Mit derselben Hingabe trägt er die Verantwortung für das Archiv des Strohmuseums. Er hat die Sammlung aufgearbeitet, inventarisiert und entscheidet mit über den Eingang neuer Schenkungen. «Damit hat er einen unschätzbaren Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes der Hutgeflechtindustrie geleistet.» Und selbst wenn es ganz praktisch wird – beispielsweise Bilder aufhängen, Gestelle aufstellen, Ordnung schaffen – ist es Daniel Güntert, der von der Museumsleiterin angerufen wird. «Er kann einfach alles, packt an und ist zuverlässig. Daniel Güntert ist für uns nicht ersetzbar. Ich hoffe sehr, dass wir ihn nie verlieren.»
Tausende Objekte gesichtet
Für Ruth Portmann ist das vielfältige Interesse an der Geschichte von Daniel Güntert «ein Puzzle von unterschiedlichen Einzelgeschichten». Wichtig sei dabei seine Neugierde. «Jede Geschichte, jedes Artefakt könnte wichtig sein.» Ruth Portmann ist Präsidentin der Stiftung Freiämter Strohmuseum, die Betreiberin des Museums ist. «Daniel Güntert greift viele einzelne geschichtliche Fäden auf. Er ordnet sie ein, sieht dann die Zusammenhänge und kann daraus dann ungeheuer interessante Begebenheiten beschreiben. So wird Geschichte lebendig und berührt uns, da wir sie nachvollziehen können.» Die Art, wie Güntert erzählt, sei lebendig und fesselt einen rasch.
Zudem sei seine Art den Mitmenschen gegenüber zuvorkommend, «er wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Museum sehr geschätzt.» Mit seiner Arbeit im Archiv habe Güntert bei «seinen Tausenden von Objekten eine systematische Ordnung hineingebracht. Das Archiv ist sein Refugium.» Dorthin entführt der Lokalhistoriker immer gerne Interessierte.
Seine Freude für Historisches ist bemerkenswert
Eine Wegbegleiterin ist immer wieder Corina Haller, die so manches Projekt mit dem Lokalhistoriker teilen darf. «Wohlen hat viele, die die Geschichte des Dorfes kennen, aber kaum jemanden, der dies so lebt wie Daniel Güntert», sagt sie und macht ein Beispiel: «Er geht durch dieselben Wege und Gässchen wie alle anderen, erkennt aber Details, die leicht übersehen werden können. So kann es schon einmal vorkommen, dass ihm Verbindungen gelingen, an die niemand gedacht hätte.»
Zudem ist Haller begeistert, dass er im Archiv des Schweizer Strohmuseums Quellen und Fundstücke bis ins Detail kennt und auch die verborgensten Geschichten aufspürt. Sein Engagement im Museum und für die Geschichte Wohlens, seine Freude für Historisches und seine Neugierde, durch die er immer wieder Neues entdeckt, sind definitiv ansteckend.» Man dürfe gespannt sein auf die vielen Ideen, die Daniel Güntert noch auf Lager hat.
Verborgene Spuren aufdecken
Zum Schluss noch ein Wort von offizieller Seite. Simone Pallecchi, Kultursekretärin der Gemeinde Wohlen, kann den Stellenwert der Arbeit des Lokalhistorikers bestens einordnen. «Abwechslungsreich, packend, humorvoll und voller Anekdoten über Wohlens Geschichte und Geschichten sind die Führungen von Daniel Güntert», sagt sie. «Nicht nur im Lager des Strohmuseums im Park hütet er die Archivbücher der einstigen Strohindustrie, auch im Pfarramt konnte er für mich verborgene Spuren zu einem Freiämter Kunstmaler aufdecken.»
Kultursekretärin Pallecchi blickt auch gerne ein bisschen weiter zurück: «Die Wertschätzung für seinen langjährigen und unermüdlichen Einsatz für die Gemeinde Wohlen zeigt sich in der Verleihung des Kulturpreises, den er 2013 gemeinsam mit Heini Stäger erhielt.»
Die bisher Gekürte
Als Kopf des Monats Januar wurde Melanie Müller gekürt. Sie ist seit zwei Jahren Leiterin der Bibliothek Wohlen. Sie war die treibende Kraft bei der Organisation des Jubiläumsanlasses «50 Jahre Bibliothek Wohlen».
