Fünf Alphatiere, ein Weg
08.04.2026 Muri, PolitikEine vielversprechende Basis
Nach rund hundert Tagen in der neuen Zusammensetzung zieht der Gemeinderat Muri Bilanz
Drei Neue im Gemeinderat. Und Projekte, die fordern. «Wechsel ohne Stillstand.» So sagt es Gemeindepräsident ...
Eine vielversprechende Basis
Nach rund hundert Tagen in der neuen Zusammensetzung zieht der Gemeinderat Muri Bilanz
Drei Neue im Gemeinderat. Und Projekte, die fordern. «Wechsel ohne Stillstand.» So sagt es Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger.
Annemarie Keusch
Die gegenseitige Wertschätzung. Die spürbare Freude. Das Miteinander. Alle fünf Murianer Gemeinderäte wählen in etwa die gleichen Worte. Daniel Räber, Vizepräsident, führt aus: «Wir kennen uns alle seit Jahren. Wir sind alle im Dorf verankert. Das prägt den Umgang.» Hinzu komme das Fachwissen, das alle in ihren unterschiedlichen Metiers mitbringen. «Relativ optimal», sagt Räber.
Von einem gelungenen und reibungslosen Übergang spricht auch Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger. «Ohne Stillstand. Vielleicht mussten wir hie und da etwas verlangsamen, aber das Gremium war vom ersten Tag an voll handlungsfähig.» Das Tempo sei von Anfang an hoch gewesen. Das Engagement entsprechend gross. Auch der drei Neuen: Marlies Laubacher, Jörg Weiss und Herbert Meier. «Muri kann froh sein, einmal mehr so gute und engagierte Leute für den Gemeinderat gewählt zu haben», sagt Budmiger. Die Basis, die gelegt wurde, sei entsprechend gut. «Wichtig ist dabei auch, dass die Verwaltung gut aufgestellt ist. Nur so können wir den Milizgedanken stetig hochhalten.» Das Klima im neu zusammengesetzten Gemeinderat sei bestens. Von Respekt und Offenheit geprägt. Der Leitsatz «Zäme für Muri» sei dabei nicht nur ein Slogan, sondern werde im politischen Alltag konkret gelebt. Etwa, wenn es darum geht, die grossen Projekte – Badi, Schulraum, Bahnhof – weiterzubringen. Und dabei sind die neuen Gemeinderäte schon sehr stark gefordert.
Der Gemeinderat Muri zieht nach den ersten hundert Tagen in neuer Besetzung ein positives Fazit
Herbert Meier, Marlies Laubacher, Jörg Weiss. Seit Januar reden drei Neue im Murianer Gemeinderat mit. Der Start sei gut verlaufen. Das Miteinander im Gremium wachse. Die Motivation sei hoch, nicht nur angesichts der bevorstehenden Grossprojekte.
Annemarie Keusch
Richtig gewusst, was sie erwartet, das hat Marlies Laubacher nicht. Dass ein Alphatier ist, wer überhaupt für den Gemeinderat kandidiert, ist für sie klar. Entsprechend sind nun fünf Alphatiere beisammen. Und Marlies Laubacher, Die Mitte, sagt: «Ich hätte nicht so schnell ein solches Miteinander erwartet.» Sie betreut neu die Ressorts Hochbau, Planung und Energie. Als Unternehmerin kannte sie bereits viele Leute in der Abteilung Bau und Planung. «Aber in einer anderen Rolle», sagt sie. Man sei vorsichtig aufeinander zugegangen, habe aber dank der gemeinsamen Sprache schnell eine gute Basis gefunden. «Manchmal fühle ich mich fast zu stark als Mitarbeiterin der Abteilung, daran muss ich arbeiten», gesteht sie. Ihr Fazit nach rund hundert Tagen? «Ich mache es jeden einzelnen Tag gerne.»
Ähnlich tönt es bei Herbert Meier. Der neue SVP-Gemeinderat pendelt zwischen Gummistiefeln und Jackett. «Das ist durchaus herausfordernd.» Zwischen Bauernhof, Familie, Mitarbeitenden und Gemeinderatsmandat müsse er sich noch etwas finden. «Erst recht, wenn die Natur so richtig loslegt. Denn in meinem Beruf gibt diese den Takt vor.» Dieser Spagat sei es aber auch, der ihm gefalle. Als Gemeinderat, der das Ressort Bildung betreut, konnte Meier nahtlos anknüpfen. Anknüpfen an seine Zeit als Schulpflegepräsident. Im Bereich Kultur sei er daran, sich einzuarbeiten. «Und zu lernen.» Zudem betreut Meier auch den Bereich Forst. «Als Waldbesitzer kann ich hier aus dem Vollen schöpfen.»
Weiss lobt idealen Übergang
Daran gewöhnen, nun Teil der Exekutive zu sein, muss sich auch Jörg Weiss, FDP. «Hie und da greife ich noch zu stark im operativen Bereich ein», gesteht er. Für ihn sei genaue Planung essenziell. «Ich arbeite nicht in Muri», erklärt Jörg Weiss. Auch ihm mache es Freude, als Gemeinderat mitzuwirken. «Es ist hochinteressant und ich lese mich in Themen ein, über die ich früher höchstens oberflächlich Bescheid wusste.»
Sicherheit, Mobilität und Tiefbau sind seine Themenbereiche. Auch er kann auf einiges an Erfahrung setzen. Zudem lobt er seine Vorgängerin. «Der Übergang war ideal.» Projekte sind ausgearbeitet und wie die Unterführung Zürcherstrasse in Umsetzung. Die Blaulichtorganisationen seien gut aufgestellt. Und Weiss ist bereits daran, nächste Projekte anzugehen. «Hier kann ich dann meine Handschrift mitgeben.» Bei der Unterführung an der Eggstrasse etwa.
Mitwirkung beim Bahnhof ab November
Weiss’ Einstieg war dabei zumindest medial besonders steil. Die Unterführung Zürcherstrasse sorgt im Dorf auch für Kritik, etwa aus dem Hasli. «Damit hätte ich nicht gerechnet», gesteht er. Doch Weiss betont, dass Kritik durchaus legitim sei, solange sie auf einer konstruktiven Ebene erfolgt. «Und das tut sie.»
Die Entwicklung Zentrum Bahnhof ist ein weiteres Projekt, das in Muri seit Jahren beschäftigt. Marlies Laubacher betreut dieses neu seitens des Gemeinderates. Sie erzählt: «Im Juni sollte der erste Entwurf des Gestaltungsplans im Projektausschuss sein, nachher beim Gemeinderat.» Man sei im Zeitplan, um die Mitwirkung im November zu lancieren. Auch Gemeindepräsident Hans-Peter Budmiger spricht von einer intensiven Phase. «Jetzt wird es konkret.» Im Hintergrund zu arbeiten, das gefällt Marlies Laubacher dabei. «Das mache ich am liebsten.»
Schulraum ein grosses Thema
Es gibt aber auch grössere Projekte, die noch nicht vom Souverän genehmigt sind. Die Schulraumplanung ist hier ein Beispiel. Die Grundlagenarbeit erfolgte im vergangenen Jahr, nun stehen die politischen Entscheide an. Mit Unterstützung externer Beratung versucht der Gemeinderat, aus den Grundlagen die richtigen Schlüsse zu ziehen und zu priorisieren. Herbert Meier, Schule, und Marlies Laubacher, Hochbau, sind hier konkret involviert. «Es gibt in Muri verschiedene Schulgebäude mit Sanierungsbedarf», sagt Herbert Meier. Die richtige Etappierung sei das grosse Thema. «Auch unter Berücksichtigung der Entwicklung des Dorfes in den nächsten 20 bis 30 Jahren. Etwa der Überbauung des Gebietes Brühl, wo wir mit 2000 bis 2500 Einwohnern mehr rechnen», ergänzt Marlies Laubacher. Laut Budmiger sind die ersten Weichen gestellt. «Wir lassen uns die Zeit, die wir benötigen», ergänzt er.
ICT-Projekt im Sommer an «Gmeind»
Gleiches gilt übrigens für die Erarbeitung der Legislaturziele. Bis im Sommer sollte diese abgeschlossen sein.
Dann wird die Bevölkerung über die gesetzten Schwerpunkte informiert. Jetzt schon ist hingegen klar, dass Gemeinderat Meier an der kommenden «Gmeind» im Juni seinen ersten Kreditantrag stellen wird. Für ein ICT-Projekt an der Schule. «Massgeschneidert auf unsere Bedürfnisse», wirbt er schon jetzt.
Kommen noch viele «erste Male»
Fünf Gemeinderäte, davon drei neue. Alle mit ihren Interessen, ihrem Wissen, ihren Verbindungen in die Bevölkerung. «Wir wollen Politik nicht nur im Sitzungszimmer machen», betont Hans-Peter Budmiger. «Wer weiss, was die Menschen bewegt, entscheidet besser.» Nach den ersten 100 Tagen lasse sich sagen, dass man gut unterwegs sei. «Dennoch, es ist noch kein Jahr vorbei. Es wird noch einiges kommen, was für einige erstmalig ist.»
Auch für Daniel Räber, der neu das Amt des Vizepräsidenten bekleidet. «Es fühlt sich nicht anders an», sagt er. Marginal mehr Sitzungen, höchstens. Veränderungen gibt es dann, wenn Gemeindepräsident Budmiger ausfallen sollte. «Das hoffen wir nicht», sagt Räber.


