Heimische Hecke und Magerwiese
30.06.2026 Muri, Natur«Natur findet Stadt»: Die Gemeinde Muri und der Naturschutzverein Namu luden zum Netzwerkanlass
Im Garten und auf öffentlichem Grund eine möglichst grosse Artenvielfalt zulassen – darum geht es bei «Natur findet Stadt». Die ...
«Natur findet Stadt»: Die Gemeinde Muri und der Naturschutzverein Namu luden zum Netzwerkanlass
Im Garten und auf öffentlichem Grund eine möglichst grosse Artenvielfalt zulassen – darum geht es bei «Natur findet Stadt». Die Informationen dazu wurden beim Kindergarten Wey vermittelt.
Thomas Stöckli
Es ist heiss. Vielen wohl zu heiss für den Netzwerkanlass «Natur findet Stadt». So ist das Grüppchen, das sich beim Kindergarten Wey einfindet, überschaubar. Vor Ort steht die naturnahe Hecke im Fokus, die hier unter Federführung des Naturschutzvereins Muri und Umgebung (Namu) gepflanzt werden konnte.
Netzwerke schaffen
Mit zunehmender Überbauung und Verdichtung wird es immer wichtiger, der Natur auch im Siedlungsraum Platz zu gewähren. Und genau da setzt das Projekt «Natur findet Stadt» an. Es will die Artenvielfalt in öffentlichen Grünflächen und in Privatgärten gleichermassen fördern. «Da haben wir noch viel Potenzial», sagt Daniel Bütler von der kommunalen Kommission für Natur und Landwirtschaft. Gemeinsam mit Birgit Staufer hat er den Lead bezüglich «Natur findet Stadt» in Muri. «Wir können etwas tun für die Insekten, Reptilien und Amphibien», zählt sie auf, «und auch Igel haben es aktuell schwer.»
Durch bescheidene Massnahmen in verschiedenen Gärten soll es gelingen, Gebiete zu vernetzen. Denn viele Wildtiere haben einen grossen Bewegungsradius. Entsprechend wichtig ist es für ein Gelingen des Projekts, möglichst viele Gartenbesitzerinnen und -bewirtschafter zu überzeugen.
Als Inspirationsquelle dienen dabei Projekte auf öffentlichen Flächen, wie die naturnahe Hecke beim Kindergarten Wey. Hier gedeihen nun einheimische Arten wie Korbweiden und Felsenbirnen. Dazu wurde Totholz arrangiert. Es dient – ebenso wie das Sandarium oder die Lehmwand – einer vielfältigen Natur. Die Mehrheit aller heimischen Wildbienenarten nistet nämlich im Boden. Und solche Nistbereiche für erdbewohnende Insekten lassen sich auf kleinstem Raum realisieren, selbst auf einem Balkon.
Magerwiese an der Böschung
«Vielfältige Blumenwiesen sind so etwas Schönes», hat Gemeinderat Herbert Meier bereits in seiner Begrüssung geschwärmt. Umso mehr nach einer Dürrephase mit Bewässerungsverbot, in der sich jeder Rasen zwangsläufig braun verfärbt.
Am meisten dient es der Natur, wenn verschiedene Pflanzen über die gesamte Vegetationszeit gestaffelt blühen. «Davon können dann auch verschiedene Arten profitieren», so Meier. Nach einem kurzen Spaziergang können sich die Veranstaltungsteilnehmenden am Velounterstand des Schulhauses Badweiher davon überzeugen. Hier wurde an der Böschung eine Magerwiese angelegt.
Bereichernde Vielfalt
Auch wenn sich viele Massnahmen mit wenig Aufwand umsetzen lassen, ist es mit dem Pflanzen noch nicht getan. Es braucht in verschiedenen Bereichen ein Umdenken. So sieht ein naturnaher Garten zwangsläufig etwas weniger aufgeräumt aus. Der Rasenmäher sollte nicht so häufig und vor allem nicht flächendeckend zur Anwendung kommen. So empfiehlt es sich, beim Mähen jeweils zumindest einen Streifen als Rückzugsgebiet für Wildtiere stehen zu lassen.
Die Natur dankt es einem mit einer unvergleichlichen Vielfalt. Herbert Meier, der als Bauer 15 Prozent seiner Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet, berichtet von Feuersalamandern in der Holzbeige, von Wieseln in der Hecke und von einer zunehmenden Anzahl an Blindschleichen. «Wir sind auf dem richtigen Weg», ist er überzeugt.
Vorbildrolle wahrnehmen
Nun gilt es, möglichst grosse Teile der Bevölkerung mitzunehmen. «Tragt das bitte weiter», richtet sich Meier deshalb direkt an die Teilnehmenden der Veranstaltung. «Sensibilisiert in eurem Umfeld.» Auch da geht er mit gutem Beispiel voran, wie er mit sichtlicher Freude ausführt. So konnte er den Bewirtschafter einer Wiese mitten in Muri überzeugen, über die nächsten drei, vier Jahre streifenweise Blumenwiese anzusäen.

