Kein Gold zum Abschied
02.06.2026 Sport, EishockeyEishockey, Weltmeisterschaft: Der Freiämter Lars Weibel und das Nationalteam verpassen die Krönung an der Heim-WM
Ohne Tor gibt es keinen Sieg. Der Schweizer Eishockey-Nati gelingt auch im dritten WM-Final in Serie kein Torerfolg. So bleibt nach der euphorischen ...
Eishockey, Weltmeisterschaft: Der Freiämter Lars Weibel und das Nationalteam verpassen die Krönung an der Heim-WM
Ohne Tor gibt es keinen Sieg. Der Schweizer Eishockey-Nati gelingt auch im dritten WM-Final in Serie kein Torerfolg. So bleibt nach der euphorischen Heim-WM am Ende die Silbermedaille – und Enttäuschung. «Doch auch viel Stolz», wie der Freiämter Nati-Direktor Lars Weibel sagt. Der Sinser verabschiedet sich nach sieben Jahren aus der Nati.
«Besser kann man eigentlich fast nicht spielen», sagt Lars Weibel gegenüber den Medien kurz nach dem verlorenen Finalspiel gegen Finnland. Der «Director Sport» des Schweizer Nationalteams ist vor den Kameras des Schweizer Fernsehen nur Minuten nach der 0:1-Pleite bitter enttäuscht, doch er zeigt sich auch voller Stolz über die sackstarke Heim-WM. Der am Ende nur etwas fehlte: die Krönung.
Was fehlte für die Goldmedaille? «Wir haben es nicht geschafft, die Partie früher zu entscheiden. Es war ein Spiel auf Augenhöhe. Finnland hat es sehr gut gemacht. Wir leisteten uns ein, zwei dumme Strafen», so Weibel zu SRF. Er hatte das Gefühl, dass, «je länger die Partie dauerte», desto mehr das Momentum auf die Seite der Schweiz kippt. In der 11. Minute der Overtime ist es aber Finnland, das trifft und sich mit dem einzigen Tor dieses Finals zum Weltmeister krönt. Weibel: «In der Verlängerung, drei gegen drei, da entscheidet eben ein Schuss. Uns fehlte auch irgendwo das Glück.»
Fünf Treffer im Schnitt – doch im Final torlos
So bitter kann der Sport sein. Die 10 000 Fans in der Swiss-Life-Arena in Zürich und eine Million Menschen vor den TV-Bildschirmen warteten eigentlich nur, bis die Schweiz sich endlich zum Weltmeister macht. Vieles deutete darauf hin. Die Eishockey-Nati erzielte in den ersten neun Spielen der Heim- WM über fünf Treffer im Durchschnitt, spielte oft entfesseltes Eishockey. Im Endspiel bleibt man aber torlos. Die Schweiz schafft im dritten WM-Final in Serie keinen Treffer. «Wir waren so knapp dran. Es ist extrem bitter. Es tut mir von Herzen leid, dass ich das Team nicht strahlen sehe», sagt Weibel.
Der frühere Eishockey-Goalie ordnet ein: «Druck war da. Doch das Team konnte damit umgehen. Das Team fand immer wieder einen Weg zum Siegen, hat auch Rückschläge weggesteckt. Vieles war gut. Nur die Krönung fehlte.»
Stolz auf das Geleistete – nun geht es zu Ambri-Piotta
Der 52-Jährige hat selbst als Spieler schon viel erlebt, war Schweizer Meister, Spengler-Cup-Sieger und Olympiateilnehmer. Weibel, der nach seinem Karriereende 2010 erst beim EV Zug und seit sieben Jahren beim Schweizer Eishockeyverband eine Funktionsrolle übernahm, meint: «Wir haben vieles richtig gemacht. Ich werde diese Zeit in bester Erinnerung behalten. Ich bin stolz, dass ich diesen Job machen durfte und so einen kleinen Teil beisteuern durfte.» Der Nati-Sportdirektor sagt über seine 7-jährige Tätigkeit beim Nationalteam: «Wir haben Linie und Struktur geschaffen.» Heute ist die Schweiz die Nummer 1 der Weltrangliste im Eishockey. Doch in der Nati wird es in Zukunft zu Veränderungen kommen. Auch bei ihm selbst, denn Weibel wird Sportdirektor beim HC Ambri-Piotta, dem Südschweizer Traditionsclub in der höchsten Spielklasse.
Ein Wegzug aus dem Freiamt «kommt nicht infrage»
Er bleibt trotz dieses Engagements im Tessin in Sins (Meienberg) wohnhaft. Dort lebt er mit seiner Familie seit 16 Jahren. «Meine Frau arbeitet als Kindergärtnerin in Sins, unsere Kinder studieren und leben noch bei uns – ein Umzug kommt nicht infrage», sagt er. Übrigens: Nebst Weibel war mit Fabio Rampa ein weiterer Freiämter in der Nati dabei. Der Aristauer ist seit 2017 als Physiotherapeut bei der Eishockey-Nati dabei.
Die Krönung der Nati an der Heim-WM bleibt aus. Die Enttäuschung ist riesig. Doch es bleibt auch ganz viel Freude zurück. Über die tolle WM, die Euphorie, die guten Spiele. Weibel sagt: «Ich bin enorm stolz auf den Staff, auf das Team. Wir spielten eine tolle WM-Kampagne, machten unglaublich gute Werbung für den Sport, wir brachten die Schweiz hinter uns, lösten eine Euphorie bei den Menschen aus. Doch es reicht leider am Ende knapp nicht. Die Krönung müssen nun aber andere übernehmen.»
--spr

