Keiner zu klein für den Preis
16.06.2026 Bremgarten, EnergieAargauer Strom-Award 2026 geht an die Elektrizitätsgenossenschaft Aettenschwil
Seit 2016 verleiht der Verband Aargauischer Stromversorger (VAS) unter dem Motto «Eine Auszeichnung für besondere Leistungen» alle zwei Jahre den Aargauer Strom-Award, so ...
Aargauer Strom-Award 2026 geht an die Elektrizitätsgenossenschaft Aettenschwil
Seit 2016 verleiht der Verband Aargauischer Stromversorger (VAS) unter dem Motto «Eine Auszeichnung für besondere Leistungen» alle zwei Jahre den Aargauer Strom-Award, so auch an der 103. Generalversammlung im Restaurant JoJo in Bremgarten.
Walter Minder
VAS-Präsident Markus Blättler konnte am letzten Donnerstag nach einer zweistündigen Führung durch das Reussstädtchen rund 100 Delegierte sowie Stadtrat Sandro Schmid willkommen heissen. Dieser meinte in seiner Begrüssung, dass es nicht einfach sei, die schönste und vitale Ortschaft im Aargau in wenigen Worten vorzustellen.
In seinem Jahresbericht beleuchtete Präsident Blättler unter anderem die Entwicklung von EU und EWR und deren Auswirkungen auf die Schweiz. Dann ging er auf die Bedeutung der Bilateralen III und insbesondere auf das Stromabkommen ein. «Die EU ist unser wichtigster Handelspartner, aber bei der Umsetzung des Stromabkommens geht der Bundesrat entschieden zu weit.» Sorgen bereitet ihm zudem das Thema Überregulierung. «Immer mehr Kompetenzen holen sich die Akademiker in Bundesbern, denen die Erfahrung fehlt, was im wirtschaftlichen Alltag läuft.» Gesetze und Verordnungen sind oft unklar bis unverständlich formuliert. Darum sei es wichtig, dass der VSE als Branchendachverband für seine über 400 Mitglieder dafür kämpft, dass diese bürokratische Entwicklung gestoppt wird – was die anwesenden Vertreter der aargauischen Stromversorger mit grossem Applaus unterstützten.
Aufwandüberschuss verkraftbar
Geschäftsleiter Johnny Strebel, der unterstützt wird von Verbandssekretärin Manuela Hug, präsentierte die Jahresrechnung 2025, die bei Einnahmen von 370 100 Franken und Ausgaben von 380 100 Franken einen Aufwandüberschuss von rund 10 000 Franken ausweist. «Ein Mehraufwand, der dank dem soliden finanziellen Fundament des VAS verkraftbar ist.» Deutlich über dem Budget liegt die Position «Mitgliederveranstaltungen» durch die Teilnahme an der Berufsschau 2025 in Wettingen, «wo wir den attraktiven Beruf des Netzelektrikers vorgestellt haben, denn wir sind auf guten Berufsnachwuchs angewiesen». Das Budget 2027 rechnet bei unveränderten Mitgliederbeiträgen mit Einnahmen von 343 000 und Ausgaben von 323 500 Franken. Die Rechnung 2025 inklusive Entlastung von Vorstand und Geschäftsleiter sowie das Budget 2027 wurden einstimmig genehmigt.
Einstimmigkeit auch bei den Wahlen
Nach der Genehmigung von einigen Statutenanpassungen, wie beispielsweise jährlichen Vorstandswahlen, wurde der Vorstand bestätigt und durch Adrian Fuchs (Leiter Elektrizitätsversorgung Regionalwerke AG Baden) ergänzt. Blättler nach seiner einstimmigen Wiederwahl: «Nächstes Jahr stellt sich der bisherige Vize Markus Wey als mein Nachfolger zur Wahl.» Lilian Heimgartner (IBB Energie AG) gab turnusgemäss nach vier Jahren ihr Amt als Revisorin ab und durfte sich über einen grossen Applaus freuen. Mit Philip Zeberli von den Gemeindewerken Villmergen wählte die Versammlung einen Fachmann im Bereich Finanz- und Rechnungswesen als ihren Nachfolger. Mit dem Hinweis, dass die nächste GV am 3. Juni 2027 in Rupperswil stattfinden wird, schloss Blättler die Versammlung.
Mit energieAARGAU zum Netto-Null-Ziel 2050
In seinen Ausführungen zum Thema «Kantonale Energiestrategie» informierte Adrian Fahrni, Leiter Energie im Departement Bau,Verkehr und Umwelt, über die Zielsetzungen der kantonalen Energiestrategie: «energie-AARGAU will Chancen nutzen und die energetische Zukunft sichern.» Der Fokus liegt dabei unter anderem auf der Versorgungssicherheit und auf der Reduktion der Treibhausgasemissionen. Es werden messbare Ziele und Zeithorizonte vorgegeben und klare Verantwortlichkeiten gesetzt. «Die Basis für das Erreichen vom Netto-Null-Ziel 2050 bildet die funktionierende Zusammenarbeit von Wirtschaft, Forschung, Gemeinden und Gesellschaft – wobei wir die Energieversorger bestmöglich unterstützen.» Dann folgte die Verleihung des Aargauer Strom-Awards als Auszeichnung für herausragende Leistungen in der kantonalen Energieversorgung. Aus den eingereichten Bewerbungen zeichnete die Jury – sie besteht aus je einem Vertreter der Medien, der Politik, der Aargauischen Industrie- und Handelskammer, des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt sowie aus dem VAS-Präsidenten – mit der Elektrizitätsgenossenschaft Aettenschwil (EGA), einem Ortsteil von Sins, eines der kleinsten Mitglieder für ihr neues, dynamisches Tarifmodell aus. Dabei richten sich die Preise im Viertelstundentakt nach der erwarteten Belastung des Stromnetzes. Ein Konzept, das zeigt, dass auch kleine Energieversorger innovativ neue Wege gehen. EGA-Präsident Karl Rüttimann und sein Team freuten sich mit den Worten «keiner zu klein, um Preisträger zu sein» über den Pokal, der künftig in Aettenschwil stehen wird.

