Kleiderladen lebt wieder auf
31.03.2026 Muri, GewerbeArmin Andermatt eröffnet im Egenter-Haus ein Jeans-Outlet, samt Secondhand
Viele Jahre war das Gebäude an der Bahnhofstrasse 1 leer. Seit einigen Wochen tut sich etwas. Armin Andermatt richtet seinen Kleiderladen ein. Am Mittwoch, 1. April, folgt die ...
Armin Andermatt eröffnet im Egenter-Haus ein Jeans-Outlet, samt Secondhand
Viele Jahre war das Gebäude an der Bahnhofstrasse 1 leer. Seit einigen Wochen tut sich etwas. Armin Andermatt richtet seinen Kleiderladen ein. Am Mittwoch, 1. April, folgt die Eröffnung. Im Endspurt zur Zwischennutzung ist noch einiges zu tun.
Annemarie Keusch
Überall stehen Scheinwerfer. «Das Licht wird heute noch installiert», sagt Armin Andermatt. Die Liegenschaft an der Bahnhofstrasse 1 in Muri ist seit Jahren nicht mehr am Strom angehängt. Welche Lampen überhaupt noch funktionieren, das hat er erst gestern Montag herausgefunden. Welche Arbeiten das noch mit sich zieht, ebenfalls. Auch der Wasseranschluss muss wiederhergestellt werden. Eine Heizung gibt es ebenfalls nicht. «Wir bauen auch keine ein», sagt Andermatt. «Das wäre zu teuer. Vor allem mit dem Hintergrund, dass ich nicht weiss, wie lange ich hier bleiben kann.» Wärme wird elektrisch erzeugt. «Frieren wird sicher niemand.»
Morgen Mittwoch eröffnet Armin Andermatt seinen Laden. «Mendle machts möglich Jeans-Outlet und Secondhand». Vieles ist bereits eingerichtet, gereinigt. «Als ich zum ersten Mal hier war, sah es ganz anders aus.» Kein Wunder, rund zehn Jahre stand das einstige Egenter-Haus leer. Hier, wo die Familie Egenter früher einen Kleiderladen betrieb, wurde lange nichts mehr verkauft. Das soll sich nun ändern. In einem Zwischennutzungsprojekt. Das Gebäude gehöre seit Anfang Jahr der Gemeinde, weiss Armin Andermatt. Von dieser mietet er die Liegenschaft – letzte Woche kam die offizielle Zusage, darin einen Laden führen zu können. «Ich freue mich riesig.» Gerade auch, weil Andermatt um die Geschichte dieses Ortes weiss. Und um die Bedeutung, die dieser Laden einst in der Bevölkerung hatte. «Das spüren wir am Interesse der Passantinnen und Passanten.»
Per «Zufall» 3500 Jeans gekauft
Zu seinem Kleiderladen kam Armin Andermatt per Zufall. Als «Mendle machts möglich» ist er seit einiger Zeit als Störhandwerker in der Region unterwegs. Eine Kundin rief ihn nach Baar, um bei einer Laden-Elimination zu helfen. Er deckte sich dort auch privat mit Jeans ein und bekam mit, dass die Besitzer den ganzen Bestand verkaufen wollen. «Also habe ich 3500 Jeans gekauft», sagt er und lacht. Damit einen Laden zu eröffnen, das war damals noch nicht im Vordergrund. Im Ars Anima verkaufte er im Januar während eines Wochenendes Hosen. Schon vorher fragte er die Gemeinde für eine Zwischennutzung des Egenter-Hauses an. «Warum? Weil ich etwas Neues ausprobieren will.» Andermatt hat einen handwerklichen Hintergrund, arbeitete viele Jahre bei der Armee. Auch gesundheitliche Probleme zwingen ihn dazu, nun Alternativen zu suchen. «Da ist der Kleiderladen perfekt.»
Seit Wochen und Monaten ist Andermatt mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Nicht nur im Laden selbst. Um mehr als «nur» Jeans anzubieten, kauft er international Mode ein, hält die Augen offen, wenn irgendwo ein Kleiderladen liquidiert wird. «So konnte ich gerade eben Luxuskleider in Zürich kaufen, zu sehr tiefen Preisen.» Diese Markenkleider verkauft er nun zu ebenfalls tiefen Preisen. Ganz allgemein sagt Armin Andermatt: «Ich verkaufe hochwertige Kleider, oft von grossen Marken, für faires Geld.» Schuhe, Socken, Gürtel, Pullover, Kleider, Blusen, Hemden, Hüte, Jacken – Männer, Frauen und Kinder können in seinem Laden eingekleidet werden.
Jeweils Montag bis Samstag am Nachmittag offen
Neben der neuen Ware wird es auch ein Secondhand-Sortiment haben. «Das ist mir wichtig.» Auch der Nachhaltigkeit halber. Im grosszügigen Laden hat er mittlerweile alles sortiert, vieles beschriftet, nicht selten mit Einheitspreisen. Die Schaufenster sind bestückt, die Geschenke, die es am Eröffnungstag gibt, arrangiert. Morgen, 1. April, ist es dann so weit. Von 9 bis 18.30 Uhr ist der Laden offen. Die Öffnungszeiten nachher dauern jeweils Montag bis Samstag, 13.30 bis 18.30 Uhr. «So habe ich am Morgen noch Zeit, zu handwerkern», meint Andermatt und lacht.
Wie lange er den Laden betreiben kann, ist unklar. Sechs Monate beträgt die Kündigungsfrist. Die Entwicklung Zentrum Bahnhof der Gemeinde wird noch weitere Zeit beanspruchen. «Ich hoffe auf drei bis sechs Jahre», sagt Andermatt. Zeit, um herauszufinden, ob das Angebot in Muri gefragt ist. «Dann könnte ich nachher immer noch eine andere Lokalität suchen.» Zuerst soll es aber morgen richtig losgehen. «Ich freue mich auf die Reaktionen der Bevölkerung.» Und natürlich darauf, viele Kleider an die Kundschaft zu bringen.

