Waldumgang in Besenbüren wird zum Waldarbeitstag
Nicht wie üblich bei einem lehrreich-informativen «Schulreisli», sondern in Arbeitskleidung zum Anpacken: Rund 30 Waldarbeiterinnen und -arbeiter erschufen zahlreiche Asthaufen als Lebensraum und ...
Waldumgang in Besenbüren wird zum Waldarbeitstag
Nicht wie üblich bei einem lehrreich-informativen «Schulreisli», sondern in Arbeitskleidung zum Anpacken: Rund 30 Waldarbeiterinnen und -arbeiter erschufen zahlreiche Asthaufen als Lebensraum und Rückzugsorte für Kleinsäuger, Amphibien, Reptilien und Insekten sowie eine Wieselburg zum Schutz vor Füchsen und Greifvögeln.
Richard Gähwiler
Es war Förster Oliver Eichenberger, der kurz Sinn und Zweck der bevorstehenden Arbeiten zur Waldrandaufwertung erläuterte. Das Projekt «Aufwertung Steinemoos» habe nach Rücksprache mit dem Kanton und der Ortsbürgergemeinde Besenbüren bereits vor Jahren begonnen. Im Januar habe man dann mit der Abholzung von rund 60 Aren begonnen. Hochwertige Stämme wurden als Wertholz zum Verkauf angeboten, ein Grossteil als Schalungsbretter im Bausektor und als Hackholz verwertet. «Ich bin eigentlich kein Fan von Wertholz-Verkäufen, denn viele dieser hochwertigen Hölzer gehen so ins Ausland», ergänzte Eichenberger seine Ausführungen.
Auch Totholz lebt
Für die eigentlichen Arbeiten wurden die Teilnehmenden in drei Gruppen aufgeteilt. Diese wurden neben Eichenberger von Marco Schriber und Janik Suter vom Forstbetrieb Region Muri betreut. Sie erklärten kurz, wie liegen gebliebene Zweige sowie grössere und kleinere Äste, sogenanntes Totholz, gesammelt und zu Haufen geschichtet werden sollen. In diesen Asthaufen würden in Kürze Kleinsäuger, Amphibien, Reptilien und Insekten Schutz und Unterschlupf finden, erklärten die Forstleute. Den Aufbau einer speziellen Behausung, einer Wieselburg, zeigte dann Marco Schriber. Anders als bei gewöhnlichen Asthaufen werden, sozusagen als Fundament, ein paar längere Ast- oder Stammstücke blockhausartig aufeinandergeschichtet. Dadurch finde das Wiesel Deckung vor Fressfeinden wie Füchsen oder Greifvögeln und es dient auch für die Jungenaufzucht.
«Auch Waldarbeit findet an der Sonne statt», konstatierte Gruppenleiter Janik Suter. Er, der sich seit fünf Monaten optimal in das Murianer Forst-Team integriert habe, wie Eichenberger in der Getränkepause betonte. Nach der Pause dann der informative Teil durch Kreisförster Rolf Fankhauser. Auf mehreren Posten mit bunten Plakaten veranschaulichte er das kantonale Programm zum Vorgehen und zu den Zielen einer Waldrandaufwertung: Vier Prozent der Waldränder sollen zwischen Wald und Offenland stufig gestaltet sein. Durch diese Waldrandeingriffe werde die Artenvielfalt gefördert und durch die stufigen, strukturreichen Waldränder erreiche man eine nachhaltige Nutzung von angrenzendem Landwirtschaftsland.
140 Zentimeter Brusthöhendurchmesser
Letzter Posten und visueller Höhepunkt war dann der grösste Baum im Revier Region Muri: «Eine mächtige, gesunde und vitale Eiche mit prächtiger Krone», schwärmte Kreisförster Rolf Fankhauser, «dies mit einem Durchmesser von 140 Zentimetern auf Brusthöhe.» Mehr als Scherz gedacht wollte Schriber diese Eiche schon mal fällen – nur um zu sehen, wie alt sie ist. Denn dies sieht man nur anhand der Jahrringe. Man hat bis anhin davon abgesehen.
Es war dann Gemeindeammann Räber, der den Mannen aus dem Forstbetrieb Region Muri, dem Kreisförster und allen Teilnehmenden für ihr Engagement dankte und sie alle zum Vesper ins Forsthaus Breithau einlud. Dort hatte das Team um Silvia Räber bereits gute Arbeit geleistet. Nach den Pausen-Getränken am Nachmittag waren sie auch für den Zvieri nach Arbeitsende besorgt. Alles war bereit und ohne langes Warten kamen alle in den Genuss einer grillierten Wurst – samt anschliessenden Süssigkeiten.