Power für den Garten
24.03.2026 Region Unterfreiamt, Nesselnbach, NaturKomposttag für acht Freiämter Gemeinden bei der Grüngutverwertung Hufschmid
Kompost ist eine wertvolle Zugabe für den Garten. Einmal im Jahr dürfen Einwohner der angeschlossenen Gemeinden gratis Kompost bei der Firma Hufschmid beziehen. Rund 30 ...
Komposttag für acht Freiämter Gemeinden bei der Grüngutverwertung Hufschmid
Kompost ist eine wertvolle Zugabe für den Garten. Einmal im Jahr dürfen Einwohner der angeschlossenen Gemeinden gratis Kompost bei der Firma Hufschmid beziehen. Rund 30 Prozent von ihnen nutzen die Gelegenheit und decken sich mit dem braunen Gold ein.
Monica Rast
«Am Komposttag kann man den Leuten zeigen, was aus ihrem Grüngut entsteht», erklärt Geschäftsführer Fabian Wurz. Für ihn ist der Kompost ein wertvolles Endprodukt eines faszinierenden Kreislaufs. Man entsorgt Garten- und Küchenabfälle und erhält einen natürlichen Bodenverbesserer.
Das gesammelte oder gebrachte Grünmaterial aus 25 Zuliefergemeinden wird auf der Anlage an verschiedenen Orten abgeladen. Dies sind aus dem Freiamt: Bremgarten, Büttikon, Eggenwil. Fischbach-Göslikon, Niederwil, Rottenschwil, Tägerig, Villmergen, Waltenschwil und Wohlen.
Das Grünmaterial wie Grüngut aus Abfuhren, Rasen, Gras, Landschaftspflegeholz, Gemüseabfälle, Tiermist und Wurzelstöcke wird auf der Anlage an verschiedenen Orten abgeladen. Das Material, welches sich zur Biogasproduktion eignet, wird für die Recycling Energie AG aufbereitet und wandert in die Fermenter.
Dementsprechend schwebt ein typischer Verrottungsgeruch über der Anlage. Doch das scheint die Leute, welche über das ganze Areal verteilt fleissig mit Schaufeln ihre Gebinde füllen, nicht zu stören.
Braunes Gold für den Garten
Sie sind wegen der Komposterde gekommen. Dunkelbraun und fein säuberlich gesiebt liegt der Kompost an sechs Stationen für den Ansturm der Hobbygärtner bereit. «Wir hatten auch schon einen grossen Haufen an der Mauer entlang. Doch das erwies sich ein wenig problematisch beim Heranund Wegfahren der Fahrzeuge», erklärt Wurz. «Mit den verschiedenen Stationen ist es einfacher, die Fahrzeuge zu verteilen.»
Wie begehrt das braune Gold ist, zeigt sich am Andrang bei der Einfahrt. Im Minutentakt fahren die unterschiedlichsten Fahrzeuge über die Waage. Vom Kleinbus, Pick-up, Van bis Kombi mit Anhänger. «Wir haben uns schon überlegt, den Komposttag auf zwei Tage aufzuteilen», meint der Geschäftsführer und weist ein weiteres Fahrzeug zu einem der Komposthaufen ein.
Beliebte und geschätzte Aktion
Einige kommen jedes Jahr und holen ihren Kompost für den Garten. Die Aktion der Firma Hufschmid kommt bei den Einwohnern der umliegenden Gemeinden sehr gut an. Sie freuen sich über die Möglichkeit, ihren Garten, Hochbeete oder Rabatten mit dem natürlichen Dünger aufzuwerten. «Vielen ist bewusst, was sie für ein wertvolles Produkt erhalten», äussert sich der Geschäftsführer. «Es ist schwierig, frischen Kompost in solchen Mengen zu erhalten. Da ist unsere Firma einzigartig in der Region. Und man merkt, dass die Aktion kostenlos ist.»
Fleissig werden Ikea-Taschen, Babywannen, Kübel oder Kehrichtsäcke gefüllt. Andere fahren gleich mit einem Anhänger zu. So wie Alois Horat aus Nesselnbach. Der Landwirt holt auch gleich Kompost für seine Nachbarn. «Ich fahre zu und die Hausfrauen können den Kompost direkt ab dem Anhänger holen kommen», meint er lachend, «was übrig bleibt, verteile ich in der Landwirtschaft.»
Von einigen Kompostabholern wird das Angebot geschätzt. Andere hingegen sehen es als eine Entschädigung für die Kosten der Grünabfuhr. «Schliesslich füllen wir jede Woche einen 100-Liter-Container», meint ein Abholer. Was so ja nicht ganz korrekt ist. Schliesslich wird die Abholung bezahlt und nicht die Entstehung des Kompostes. «Trotzdem soll es ein Dankeschön sein», teilt Wurz mit.
Ein Dankeschön von hoher Qualität
Ein grosses Dankeschön, das mit viel Aufwand verbunden ist. Denn das kompostierbare Material muss von Fremdstoffen wie Steinen, Kunststoffen oder Metallen befreit werden. Ein mühsames Vorgehen, welches bei korrekter Entsorgung um einiges einfacher wäre. Rund 18 bis 24 Arbeitsstunden werden in der Woche für diese Aufgabe eingeplant.
«Es gibt nichts, was ich noch nicht im Grüngut gefunden habe», berichtet Wurz. Besonders die sogenannten Kompostsäcklein sind ein bekanntes Übel. Nicht weil sie sich nicht zersetzten würden. Sondern weil sie mit Müll gefüllt werden, der nicht kompostierbar ist und man sie kontrollieren muss. So fand er auch schon Kleidungstücke, Glas oder Alu im Grüngut.
Sobald all diese unerwünschten Fremdstoffe aussortiert sind, wird das Material geschreddert und gemischt. Das zerkleinerte Material wird anschliessend in die topmoderne Kompostierhalle gefüllt, wo das Grüngut während sechs bis zwölf Wochen vollautomatisch gewendet, belüftet und bei Bedarf bewässert wird. Den Rest erledigen die Mikroorganismen, Bakterien und Pilze. Während des Prozesses wird die Temperatur, die Feuchtigkeit und der Sauerstoffgehalt in der Rotte regelmässig gemessen, um sie richtig lenken zu können.
Nach etwa zwei Monaten wird der Kompost der Halle entnommen und über die Siebanlage geschickt. Das Endprodukt ist ein wertvoller organischer Dünger. Etwa 70 Prozent des produzierten Komposts wird in der Landwirtschaft als Grunddünger eingesetzt. Die restlichen 30 Prozent werden im Gemüsebau, Gartenbau oder in privaten Gärten eingesetzt.
«Somit ist der Kreislauf wieder geschlossen», erklärt Wurz. «Das ist Natur pur.»


