Qualität aus der Region
27.06.2025 Sport, FussballDer FC Muri rüstet sich für die neue Saison
Am Wochenende feiert der FC Muri sein 75-Jahr-Jubiläum. Für zusätzliche Freude dürften die Verstärkungen sorgen, welche die 1. Mannschaft im Hinblick auf die neue Saison präsentieren kann. ...
Der FC Muri rüstet sich für die neue Saison
Am Wochenende feiert der FC Muri sein 75-Jahr-Jubiläum. Für zusätzliche Freude dürften die Verstärkungen sorgen, welche die 1. Mannschaft im Hinblick auf die neue Saison präsentieren kann. Muri holt mehrere in der Region bekannte Spieler.
Josip Lasic
Morgen Samstag veranstaltet der FC Muri im Rahmen seiner Feierlichkeiten zum 75-Jahr-Jubiläum ein Blitzturnier. Teilnehmer sind neben den Murianern der FC Wohlen, der FC Baden und der FC Winterthur. Bei den Klosterdörflern werden mehrere neue Gesichter zu sehen sein. Bereits bekannt ist, dass Alain Schultz das Traineramt übernimmt. Nico Stadelmann wird sein Co-Trainer. Der Bruder von Vereinspräsident Michael Stadelmann spielte früher bei Wohlen, Sarmenstorf und Mutschellen. Aktuell ist er Mitglied der Senioren 30+ beim FC Muri und ergänzt Peter «Peach» Lang im Trainerstab. Der bisherige Co-Trainer bleibt dem Verein erhalten, muss aber wegen seiner Tätigkeit als Operator beim EHC Kloten kürzertreten. Antonio Pellegrino löst Björn Scheuber als Goalietrainer ab.
Noch spannender sind die Neuzugänge unter den Spielern. Belmin Mrkonja kehrt zu Muri zurück. Zuletzt gewann er mit dem FC Klingnau die Aargauer Meisterschaft und den Cup. Kenan Domazet kommt vom FC Bremgarten nach Muri. Neben ihnen verstärken Goalie Alejandro Scheifele (Höngg, 1. Liga classic), Gentrim Uka (Rotkreuz, 1. Liga classic), Nermin Rogentin und Leon Alimi (beide FC Wohlen, 1. Liga classic) sowie Momo Seferi das Team. Seferi stieg in der vergangenen Saison mit Zug 94 aus der 2. Liga interregional auf. Das Besondere: Alle Spieler stammen aus der Region. Sportchef Alessio Passerini sagt: «Alle Neuzugänge kommen aus einem Umkreis von 15 bis 20 Kilometern um Muri. Trainer Alain Schultz kennt die meisten von ihnen, er war bereits ihr Trainer oder Mitspieler. Wir wollen in Muri etwas Nachhaltiges aufbauen.»
Wenige Abgänge
Die Spieler bringen ebenfalls sehr viel Qualität für die 2. Liga regional mit. Von einem sofortigen Wiederaufstieg will man in Muri aber nicht sprechen. «Wir müssen demütig bleiben», so Passerini. «Die letzten Jahre waren schwierig für den Verein und die Mannschaft. Aktuell wollen wir keine Ziele formulieren. Unser Ziel ist, ein Team zu formen, bei dem es Spass macht, zuzusehen.» Das sollte bei Muris Kader durchaus möglich sein. Der Grossteil der Mannschaft wird zusammenbleiben. Leistungsträger wie Simone Parente oder Miguel Ferreira bleiben dem Team erhalten. Bisher sind nur wenige Abgänge bekannt. Goalie Michael Wehrli verlässt den Verein. Rafael Freitas will sich auf seine Ausbildung konzentrieren. Er tritt einen Schritt kürzer und geht in die vierte Mannschaft des FC Muri.
Abgesehen von diesen zwei Abgängen sind die Verträge der Langzeitverletzten nicht verlängert worden. Dazu gehören Niko Markovic, Nicolas Braunschweig, Luigi Milicaj und Lulzim Aliu. «Wir können aktuell nicht mit ihnen planen oder sie ins Team integrieren. Gerade Luigi und Lulzim haben aber ihre Verdienste für den FC Muri. Sie haben es verdient, dass man sich mit ihnen zusammensetzt, wenn sie wieder fit sind. Das wird aber noch eine Zeit lang dauern.» Im Gegensatz zu den letzten Jahren ändert sich das Gesicht der Mannschaft aber nicht gross. Stattdessen wird das Team punktuell verstärkt.
Konkurrenz nicht auf gleichem Level
Es ist nachvollziehbar, dass der FC Muri nach den letzten drei Saisons tiefstapelt. Trotzdem dürften die Freiämter mit diesem Kader zu den Aufstiegsfavoriten in der 2. Liga regional zählen. Die Konkurrenz müsste extrem nachrüsten, um nominell mit den Murianern mitzuhalten. Morgen Samstag gibt es eine Kostprobe davon, wie sich das Team schlägt.
«Freue mich auf Herausforderung»
Momo Seferi über seine Rückkehr ins Freiamt
Challenge League, Promotion League, 1. Liga classic. Ein halbjähriges Intermezzo bei Rapperswil-Jona ausgeklammert, hat der Dottiker Momo Seferi für den FC Wohlen sieben Jahre lang in diesen drei Ligen seine Knochen hingehalten. Zuletzt war er bei Zug 94 in der 2. Liga interregional und hat mit dem Team den Aufstieg in die 1. Liga classic geschafft. Jetzt wechselt er zum FC Muri in die 2. Liga regional. «Der Verein hat mich im Winter schon kontaktiert. Ich bin aber nach Zug gegangen, um aufzusteigen, und wollte bleiben, bis das geschafft ist.» Doch wieso geht der Mittelfeldmann in die 2. Liga, statt mit den Zugern jetzt die Früchte zu ernten und in der 1. Liga classic zu spielen? «Ich habe eine Weiterbildung angefangen. In der Rückrunde konnte ich bereits nur zweimal die Woche trainieren. Es wäre schwierig gewesen, sich so in der Mannschaft durchzusetzen. Ausserdem sind meine Frau und ich Eltern einer kleinen Tochter geworden. Durch die Rückkehr ins Freiamt habe ich viel mehr Zeit für meine Familie.»
Dass es «nur» die 2. Liga regional ist, in der er spielt, stört ihn nicht. «Ein grosser Teil der Mannschaft in Muri besteht aus ehemaligen Mit- oder Gegenspielern von mir. Ich bin mit vielen Spielern befreundet und freue mich auf das Team.» Und da ist noch Trainer Alain Schultz. Seferi erinnert sich, dass er als kleiner Junge Sympathisant des FC Aarau war und zum damaligen FCA-Kicker Schultz aufgesehen hat. «Es war schon grossartig, dass ich mit ihm in der Challenge und Promotion League gemeinsam auf dem Platz stehen durfte. Dass jetzt der gemeinsame Weg so fortgesetzt wird, ist umso schöner.»
Der 29-Jährige bringt Ambitionen ins Klosterdorf mit. «2022 wurde ich mit Wohlen Erster und durfte die Aufstiegsspiele zur Promotion League bestreiten. Jetzt konnte ich mit Zug den 1. Platz in der 2. Liga interregional holen. Ich will dazu beitragen, dass auch Muri in der nächsten Saison am Ende auf dem 1. Platz landet.» Der Dottiker weiss, dass die Mannschaft mit allen Verstärkungen die nötige Qualität dafür mitbringt. «Ein gutes Kader auf Papier bringt dir aber noch nichts. Wir müssen auf dem Platz liefern. Ich freue mich auf die Herausforderung.» --jl

