Schöner Erfolg für den FCS
16.06.2026 Region Unterfreiamt, Sarmenstorf«Gmeind» in Sarmenstorf: Deutliche Zustimmung zum Kunstrasen
Die Gemeindeversammlung in Sarmenstorf lockte 281 Stimmberechtigte an. Verantwortlich dafür war der Kunstrasen für den Fussball-Club, der für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Dass ...
«Gmeind» in Sarmenstorf: Deutliche Zustimmung zum Kunstrasen
Die Gemeindeversammlung in Sarmenstorf lockte 281 Stimmberechtigte an. Verantwortlich dafür war der Kunstrasen für den Fussball-Club, der für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Dass der vorbildlich geführte und weitum geschätzte Verein in Sarmenstorf viel Wohlwollen geniesst, zeigte das Abstimmungsresultat.
Patrick Fischer
«Es wäre schön, wenn immer so viele Leute an die Gemeindeversammlung kämen», sagte Gemeindeammann Mäni Baur beim Blick in die gut gefüllte Mehrzweckhalle. Die meisten waren wohl wegen des Kunstrasens für den FC Sarmenstorf gekommen. Gemeinderat Magnus Döbeli vertrat dieses Geschäft. Aus seinen Ausführungen ging hervor, dass es in erster Linie um eine Kapazitätserweiterung für den Trainingsbetrieb des FCS geht. Der Verein ist stark gewachsen und muss viele Trainingseinheiten absagen, wenn der Naturrasen (zu) stark beansprucht wird. 2,9 Millionen Franken kostet der Einbau des Kunstrasens, wobei der Gemeindeanteil 2,2 Millionen beträgt. 300 000 Franken werden vom Club selbst getragen und 400 000 Franken werden aus dem Lotteriefonds beigesteuert.
Kein Luxus-Projekt
In der Diskussion waren Befürworter und Gegner in etwa gleich auf. «Wir geben jedes Jahr 600 000 Franken für die älteren Jahrgänge aus, jetzt sollten wir auch wieder einmal etwas für die Jungen machen», meinte ein Stimmbürger. Ob auch die umliegenden Gemeinden für eine Kostenbeteiligung angefragt wurden, wollte ein anderer wissen, schliesslich würden auch viele Auswärtige hier Fussball spielen. «Einzig die Gemeinde Uezwil hat sich bereit erklärt, uns mit 3000 Franken zu unterstützen», erklärte ein FCS-Funktionär.
Ein Gegner der Vorlage meinte, dass sich das Dorf angesichts der anstehenden Investitionen und der damit verbundenen Verschuldung ein solches Projekt aktuell nicht leisten könne, während ein anderer die Kosten generell infrage stellte und sie im Vergleich mit anderen Plätzen als zu teuer erachtete. Dem widersprach Pascal Stamm von der Zwischenraum Architektur GmbH, die für die Gemeinde die Projektabklärungen vorgenommen hat und den veranschlagten Preis als «üblich und normal» bezeichnet.
Wer denn für allfällige Mehrkosten aufkomme, sollte sich das Projekt verteuern, wollte jemand wissen. Auch hier gab Pascal Stamm Entwarnung: «Aufgrund der durchgeführten Bodenproben ist mit keinen wesentlichen Abweichungen zu vergleichbaren Projekten zu rechnen. Entsprechend hoch ist die Kostengenauigkeit.» Wieder andere machten sich Sorgen, dass kein Geld mehr für die übrigen Vereine bleibe, obwohl diese allenfalls auch Investitionsbedarf in ihre Infrastruktur hätten.
Und überhaupt, wenn man Nutzungskapazitäten erhöhe, brauche es doch sicher auch bald mehr Umkleidekabinen und Parkplätze. «Wird dann wieder die Gemeinde zahlen müssen?», wollte eine Frau wissen.
Es sei kein Luxus-Projekt, sondern schlicht und einfach notwendig, stellten die FCS-Verantwortlichen klar. Die Kapazitäten würden auch mit Kunstrasen noch nicht vollends ausreichen, aber er würde eine gewisse Entspannung bringen. «Der Zonenplan wird in der aktuellen BNO-Revision überarbeitet, aber in den nächsten zehn Jahren wird es auf dem Bühlmoos kein drittes Spielfeld geben», sagte Döbeli zu den Möglichkeiten für einen Ausbau.
Nach der knapp einstündigen Diskussion fiel das Resultat der Abstimmung deutlich aus: 211 Personen stimmten dafür, und nur 45 waren dagegen. Der Beschluss unterliegt noch dem fakultativen Referendum.
Wohl bald folgt eine Steuerfusserhöhung
Der Rechenschaftsbericht des abgelaufenen Jahres wurde ebenso diskussionslos genehmigt wie der erfreuliche Abschluss 2025, der um gut 1,25 Millionen besser ausfiel als budgetiert. «Der Steuerertrag im vergangenen Jahr ist deutlich höher ausgefallen als erwartet», erläuterte Gemeindeammann Baur das Resultat. Trotzdem werde Sarmenstorf in naher Zukunft wohl nicht um eine Steuerfusserhöhung herumkommen, führte er weiter aus. «Gemäss Finanzplan sind bis 2035 Investitionen von über 30 Millionen Franken vorgesehen. Die benötigten Darlehen werden wohl nur mit höheren Steuereinnahmen zu finanzieren sein», erklärte der Ammann.
Auch die Einbürgerung eines Mannes mit portugiesischen Wurzeln und seines Sohnes war reine Formsache. Zu keinerlei Diskussionen führten weder der vom Gemeinderat beantragte Austritt aus dem Lebensraum Lenzburg-Seetal (LLS) per Ende 2027 noch die präsentierte Kreditabrechnung für das neue Pionierfahrzeug der Feuerwehr. Unter Verschiedenem wurde informiert, dass im Bereich Jugendarbeit die Kommission an der Arbeit sei und im kommenden Jahr dem Souverän ein neues Projekt unterbreitet werde. «Bis dahin wird es für die Jugendlichen verschiedene Überbrückungsangebote geben», führte Magnus Döbeli aus.
Neue Ehrenbürger
Ein seltenes Traktandum ist die Verleihung des Ehrenbürgerrechts. Eine solche beantragte der ehemalige Gemeindeammann Roman Lindenmann für das Ehepaar Thomas und Ruth Furrer, den langjährigen Dorfarzt und seine ebenso engagierte Frau. In seiner Laudatio zählte Ammann Mäni Baur die zahlreichen Ämter und Institutionen auf, in denen sich Thomas und Ruth Furrer in den verschiedensten Funktionen und über viele Jahre mit viel Herzblut für das Gemeinwohl eingesetzt haben.Auch hier herrschte Einstimmigkeit und die Geehrten nahmen das positive Votum der Versammlung, die Urkunde sowie die Blumen des Gemeinderats sichtlich gerührt entgegen. «Wir freuen uns sehr über diese Ehre», bedankten sie sich bei den anwesenden Stimmbürgern.
Zum Schluss der Versammlung wurde die langjährige Gemeindeschreiberin Barbara Kastenholz verabschiedet, die sich im Oktober nach gut acht Jahren in Sarmenstorf frühzeitig pensionieren lässt «und zukünftig etwas mehr Zeit auf dem Golfplatz verbringen möchte», wie Ammann Mäni Baur mit einem Schmunzeln anmerkte.


