Wie weiter mit dem EW?
19.06.2026 Region Unterfreiamt, NiederwilTraktanden der Gemeindeversammlungen in Niederwil
Wie geht es weiter mit dem Elektrizitätswerk Niederwil? Dies will der Gemeinderat abklären lassen. Für eine saubere Analyse beantragt er an der «Gmeind» vom 25. Juni einen Kredit.
...Traktanden der Gemeindeversammlungen in Niederwil
Wie geht es weiter mit dem Elektrizitätswerk Niederwil? Dies will der Gemeinderat abklären lassen. Für eine saubere Analyse beantragt er an der «Gmeind» vom 25. Juni einen Kredit.
Vor elf Jahren wollte der Gemeinderat Niederwil das eigene Elektrizitätswerk verkaufen. Doch die Stimmbürger wollten davon nichts wissen, sagten an der «Gmeind» Nein. Nun wird das Werk wieder zum Thema. Denn die Situation auf dem Strommarkt wird immer komplexer und schnelllebiger. Darum soll jetzt abgeklärt werden, welche Organisationsform in Zukunft die beste ist.
Aktuell läuft es in Niederwil in Sachen Strom gut. Die operative Führung erfolgt im Auftrag der Gemeinde durch die AEW Energie AG, die strategische Verantwortung liegt beim Gemeinderat. Die Zusammenarbeit wird grundsätzlich positiv beurteilt. Die Tarife sind im Vergleich unterdurchschnittlich. Im Prinzip also gibt es wenig Grund, etwas zu ändern. Aber der Gemeinderat will das Thema jetzt anpacken, nicht erst, wenn er dazu gezwungen wird.
In den vergangenen Jahren hat sich das Umfeld für Energieversorgungsunternehmen stark verändert. Mit dem «Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien, sogenannter Mantelerlass» treten zahlreiche neue Anforderungen in Kraft. Dazu gehören unter anderem der Ausbau der erneuerbaren Energien und strengere Vorgaben zur Stromherkunft, die Einführung zeitvariabler und verursachergerechter Tarife sowie die Zunahme der dezentralen Stromproduktion. All dies macht den Betrieb deutlich anspruchsvoller und erhöht die Anforderungen an Infrastruktur, IT und Fachwissen.
Noch keine Entscheide fällen
Für das EW Niederwil bedeutet dies einen steigenden Bedarf an Investitionen in die Netzinfrastruktur, das Smart Metering und die IT, einen erhöhten Bedarf an Fachwissen und personellen Ressourcen sowie neue Anforderungen im Umgang mit Kundinnen und Kunden, die teilweise selbst Strom produzieren. Diese Entwicklungen verändern die Rolle des EWN grundlegend – von einem klassischen lokalen Versorger hin zu einem technisch komplexen und stärker regulierten Betrieb. Im Hinblick darauf stellt sich die Frage, welches die beste Organisationsform für das Werk ist. Und ob es Sinn macht, es noch weiterhin selbst zu führen.
Auf diese Fragen will der Gemeinderat jetzt Antworten. Er schlägt die Durchführung einer fundierten, ergebnisoffenen Variantenanalyse zur zukünftigen Ausrichtung des Elektrizitätswerks Niederwil vor und beantragt dafür einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 32 000 Franken. Mit einem Ja zum Kredit wird noch kein Entscheid über die künftige Organisationsform des Elektrizitätswerks getroffen. Die Analyse bildet lediglich die Grundlage für die weitere politische Meinungsbildung und für allfällige Beschlüsse unter Einbezug der Bevölkerung.
Die übrigen Traktanden dürften nicht viel zu reden geben. Vorgelegt werden der Rechenschaftsbericht, ein Einbürgerungsbegehren, die Rechnung mit einem Plus von 731 000 Franken und die Kreditabrechnung für den Anschluss an die Wasserversorgung in Wohlen. Für den Netzverbund haben die Stimmbürger im November 2023 einen Kredit in der Höhe von 592 000 Franken genehmigt. Weil die Arbeiten günstiger vergeben werden konnten, kommt es zu einer Kreditunterschreitung von 65 000 Franken. Da sich die Gemeinde Fischbach-Göslikon an den Kosten beteiligt, bleibt für Niederwil eine Investition in der Höhe 314 000 Franken.
Die Ortsbürger versammeln sich einen Tag später
Interessanter dürfte es dann wieder unter dem Traktandum Verschiedenes werden. Da informiert der Gemeinderat über mehrere aktuelle Themen, allen voran die Planung für den Neubau des Gemeindehauses, die nach Abklärung des Baugrunds eine Anpassung erfährt. Weiter gibt es Infos zur geplanten Hochspannungsleitung von Niederwil nach Obfelden, zum Stand der Arealentwicklung «Geere» sowie zum grossen Dorffest «125 Jahre Niederwil-Nesselnbach», welches am 31. Juli und 1. August über die Bühne geht.
Einen Tag später tagen auch noch die Ortsbürger. Neben dem Rechenschaftsbericht, der Rechnung und dem Budget geht es hier um den Kauf einer Waldparzelle in der Grösse von 1642 Quadratmetern zum Preis von 3284 Franken. Das Grundstück befindet sich im «Karrenwald» oberhalb des «Aegimoos» und wird vom Forstbetrieb schon jetzt genutzt, denn die Parzelle ermöglicht einen zweckmässigen Zugang zu den höher gelegenen Waldflächen und erleichtert Pflege und Holzereiarbeiten erheblich. Der Erwerb stellt somit eine sinnvolle Ergänzung des Waldeigentums der Ortsbürgergemeinde Niederwil dar und dient der nachhaltigen, effizienten und zweckmässigen Bewirtschaftung des Ortsbürgerwaldes.
Spannend dürfte es auch hier unter Verschiedenem werden. Dabei orientiert der Gemeinderat über den Stand der Sanierung der beiden Waldhütten in Niederwil und Nesselnbach. --chh
Die Traktanden
Die Einwohnergemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle findet statt am kommenden Donnerstag, 25. Juni, 20 Uhr. Folgende Geschäfte werden behandelt: 1. Protokoll. – 2. Rechenschaftsbericht. – 3. Einbürgerungsbegehren. – 4. Netzverbund Wasserreservoir Moos mit Hochzone Wohlen; Kreditabrechnung. – 5. Rechnungsabschluss. – 6. Variantenanalyse zur zukünftigen Ausrichtung des Elektrizitätswerks Niederwil; Kredit über 32 000 Franken. – 7. Verschiedenes. – 8. Umfrage.
Die Ortsbürger tagen am Freitag, 26. Juni, 19.30 Uhr, in der Waldhütte Nesselnbach. Folgende Geschäfte sind traktandiert: 1. Protokoll. – 2. Rechenschaftsbericht. – 3. Rechnungsabschluss. – 4. Budget. – 5. Erwerb Waldparzelle 601 zum Preis von 3284 Franken. – 6. Verschiedenes. – 7. Umfrage.

