«Wäre mehr dringelegen»
17.06.2025 Sport, Fussball2. Liga interregional: FC Malcantone – FC Muri 1:2 (1:1)
Der FC Muri beendet die Saison im Tessin mit einem Sieg und verabschiedet sich in Richtung 2. Liga. Damit endet Sergio Colacinos kurze Amtszeit als Interimstrainer. Er ist mit dem Auftritt des Teams zufrieden ...
2. Liga interregional: FC Malcantone – FC Muri 1:2 (1:1)
Der FC Muri beendet die Saison im Tessin mit einem Sieg und verabschiedet sich in Richtung 2. Liga. Damit endet Sergio Colacinos kurze Amtszeit als Interimstrainer. Er ist mit dem Auftritt des Teams zufrieden und überzeugt, dass man mehr hätte herausholen können in dieser Saison.
Muri stand schon vor dem Spiel beim FC Malcantone als Absteiger aus der 2. Liga interregional fest. Umso schöner für Trainer Sergio Colacino, dass die Mannschaft trotzdem gewinnen konnte. «Und es war nicht etwa ein glücklicher Erfolg. Wir hatten die Partie von Anfang an im Griff. Der breite Platz kam uns zugute, und wir liessen den Gegner laufen.»
Nach 21 Minuten bringt Fidan Tafa die Klosterdörfler per Penalty in Führung. Zehn Minuten vor der Pause fällt der Ausgleich. Doch Muri legt nach. In der 60. Minute erzielt Leonit Rexhaj das 2:1. Es ist der Schlusspunkt für die Murianer in dieser Saison. «Die Mannschaft hat in der Situation Charakter bewiesen und auch ein Zeichen in Richtung nächste Saison gesetzt», so Colacino.
Die letzten sieben Spiele stand der Wohler an der Seitenlinie bei den Klosterdörflern. Drei Siege, ein Unentschieden und drei Niederlagen lautet die Bilanz aus diesen sieben Partien. Bei den verlorenen Spielen gegen Emmen und Aufsteiger Zug hat der FC Muri zumindest eine gute Leistung gezeigt. Das einzige wirklich schlechte Spiel unter ihm war das 1:8 gegen Ibach. «Ich mache eine grosse Klammer um dieses Spiel», so der Trainer. «Der Auftritt dort passt nicht ins Bild der Mannschaft, die ich in den vergangenen Wochen erleben durfte. Und doch fasst dieses Spiel die Saison sehr gut zusammen.»
Lehren ziehen aus dieser Saison
Es war das Duell zweier direkter Konkurrenten im Abstiegskampf. War der Druck für die Murianer in diesem Spiel schlicht zu gross? «Das auch, aber es war ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Und andere sind aus meiner Sicht entscheidender. Mit Valentin Gashi hat uns ein Mann im Mittelfeld gefehlt, der viel Kampfgeist und Aggressivität mitbringt. Generell war unsere Personaldecke in diesem Spiel zu dünn. Wir hatten drei Senioren mit dabei, die alle spielen mussten. Es waren auch einige sehr junge Spieler im Einsatz. In manchen Spielen fallen Absenzen nicht ins Gewicht. Aber nicht im wichtigsten Duell der Saison. Wir hätten dort eine Zusammensetzung und einen Auftritt benötigt wie vergangene Woche gegen Zug oder jetzt im Tessin.» Für Colacino hat das ebenfalls seine positiven Seiten. Gleichzeitig nimmt er seinen Vorgänger Luca Ferricchio in Schutz. «Die Trainingspräsenz und die Absenzen waren über die gesamte Saison ein Thema. Es ist mir zu einfach, dafür dem Trainer die Schuld zu geben. In erster Linie sind die Spieler dafür verantwortlich, dass sie im Training erscheinen. Vielleicht tut der Abstieg jetzt ganz gut. Wenn der Verein und die Spieler über die Bücher gehen und sich hinterfragen, kann das für die kommende Saison viel bringen.» Abgesehen von der Kanterniederlage gegen Ibach ist der Trainer mit dem Saisonendspurt der Murianer zufrieden. «Es hat Spass gemacht. Die Mannschaft hat einige gute Auftritte gezeigt. Es sind auch junge Spieler im Team, die mir Freude bereitet haben. Sie sind auf einem guten Weg und können sich zu Führungsspielern entwickeln. Nach den zwei Siegen in Folge gegen Goldau und Emmenbrücke war auch unsere Chance da, auf die das Team die ganze Saison gewartet hat. Wir hatten die Möglichkeit, uns zu retten. Ich bin davon überzeugt, dass mehr dringelegen wäre. Schade, dass es nicht gereicht hat. Aber ich habe viel Gutes gesehen in diesen paar Wochen.»
Auszeit für Colacino, Schultz übernimmt
Auf den guten Dingen, die Colacino gesehen hat, kann der FC Muri für die kommende Saison aufbauen. «Der Verein stellt ein Team zusammen, das Spass machen kann. Die Voraussetzungen sind da, um eine gute Saison in der 2. Liga regional zu spielen.»
Sergio Colacino wird dann nicht mehr Trainer sein. Alain Schultz übernimmt die Mannschaft. Colacino nimmt erneut eine Auszeit vom Trainergeschäft. «Ich habe für mich die Entscheidung getroffen, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen will und dabei bleibe ich. Wenn ich irgendwo als Trainer arbeite, dann richtig. Und das ist sehr zeitaufwendig.»
Aber man wird ihn weiterhin auf den Fussballplätzen der Region antreffen. Als Spieler der Senioren des FC Muri oder als Zuschauer beim FC Wohlen. «Gerade, da einige meiner ehemaligen Spieler kommende Saison bei Wohlen spielen werden. Und da ich mit Alain Schultz befreundet bin, werde ich sicher auch Spiele des FC Muri besuchen.» Des Teams, dem er im Saisonendspurt und Abstiegskampf neues Leben eingehaucht hat. --jl

