Ganz schön kreativ
03.07.2026 Region Unterfreiamt, Villmergen, SchuleDie Abschlussklassen der Oberstufe Villmergen präsentierten ihre Abschlussarbeiten
Weil die ganze Schule vor zwei Wochen Party machte, wurde auf eine Abschlussfeier verzichtet. Dafür wurde die Ausstellung der Projektarbeiten mit der Zeugnisübergabe ...
Die Abschlussklassen der Oberstufe Villmergen präsentierten ihre Abschlussarbeiten
Weil die ganze Schule vor zwei Wochen Party machte, wurde auf eine Abschlussfeier verzichtet. Dafür wurde die Ausstellung der Projektarbeiten mit der Zeugnisübergabe zusammengelegt. Das Konzept zog viel Publikum an.
Chregi Hansen
Sich mehrere Monate lang während einiger Stunden pro Woche mit einem selbst gewählten Thema beschäftigen, für die meisten Schüler und Schülerinnen der 3. Sek und Real ist dies ein Highlight. «Sie müssen uns ihr Thema vorstellen. Aber meistens können wir es bewilligen», erklärt Lehrer Markus Köpfli. Und während das praktische Arbeiten meist kein Problem darstellt, ist die zusätzlich verlangte Dokumentation für viele eine Herausforderung. «Hier setzen wir unterschiedliche Massstäbe, je nach Schultyp», führt Köpfli weiter aus.
Lieber etwas gestalten als Recherche betreiben
Die Projektarbeiten im Abschlussjahr, sie haben Tradition in Villmergen. Und auch die Ausstellung der Arbeiten gegen Ende des Schuljahrs. «Normalerweise findet diese einige Wochen früher statt. Wegen des Jugendfests haben wir die Ausstellung nach hinten geschoben. Sie ersetzt jetzt die Abschlussfeier», macht Stufenleiter Matthias Hausherr deutlich. Und weil anschliessend gleich die Zeugnisse übergeben werden, sind sehr viele Eltern und Verwandte gekommen. Dem Anlass angepasst haben sich auch viele der Abschlussschüler in Schale geworfen. Und präsentieren jetzt stolz ihr Werke.
«Die Mehrheit entscheidet sich für ein kreatives Projekt im Bereich der Kunst oder des Handwerks», so Hausherr weiter. Recherchearbeiten, die auch erlaubt sind, kommen eher weniger zum Zuge. An den Marktständen in der Turnhalle sind denn auch viele Mal- und Bastelarbeiten zu sehen. Was auffällt: Die Mädchen setzen eher aufs Künstlerische, während viele Jungs Fahrzeuge wie Töffli oder E-Roller aufmotzen und neu gestalten. Auch viele selbst hergestellte Möbelstücke werden präsentiert.
Am Tisch von Leandro Montava kann eine feine Tortilla probiert werden, die er frisch serviert. Der junge Mann kocht leidenschaftlich gern und macht dies jetzt auch zu seinem Beruf: Er startet eine Lehre in der Küche des Bifang. Für sein Projekt hat er sich mit Menüs aus ganz verschiedenen Kulturen beschäftigt und Rezepte aus 20 Ländern zusammengetragen.
Für das Kochbuch hat er zudem noch Informationen zu den gewählten Ländern und ihrer Kultur zusammengetragen. Weil er mit dem optischen Ergebnis nicht ganz zufrieden war, hat er die Arbeit noch mit KI gestalterisch aufgepeppt und ein echtes Buch daraus gemacht. «Ich liebe das Kochen. Daher hat mir das Projekt Spass gemacht», erzählt er. Und welche Küche mag er am liebsten? «Die spanische natürlich», lacht er.
Wenn der Klavierlehrer fast vor Stolz platzt
Auf Interesse stösst auch das Werk von Michelle Lewin. Die Klavierschülerin hat ein eigenes Werk komponiert. «Ich bin beeindruckt vom Resultat», sagt ihr Klavierlehrer Alois Bürger. Arbeiten im musikalischen Bereich sind eher selten, fügt er an. Michelle hat nicht einfach loskomponiert, sondern sich viele Gedanken gemacht bezüglich Struktur, Harmonie, Melodie und vieles mehr. Sie besucht erst seit drei Jahren Klavierunterricht, hat sich die Grundlagen aber schon vorher selber beigebracht. Und sie hat sich für ein weiteres Projekt zur Verfügung gestellt. Klassenkamerad Leonor Sadiku hat sich vorgenommen, als absoluter Laie in vier Monaten mehrere Lieder auf dem Klavier einzustudieren. Dabei hat ihn Michelle unterstützt. Eigentlich würde er gerne weitermachen. «Aber leider haben wir kein Klavier zu Hause», erzählt er. Für Michelle Lewin ist hingegen klar, dass sie neben der Lehre als Dentalassistentin weiter Musik machen will. Sehr zur Freude ihres Klavierlehrers. «Sie hat das sehr gut gemacht», sagt Alois Bürger stolz.




